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Besonders anmutig: Von vertrocknetem Schilfrohr gesäumte Fischweiher zwischen Ellmosen und Aschbach.

Wo einst der See war...

Wunderschöner Weg durch die Harthauser Filze

Bad Aibling liegt im Becken des ehemaligen Rosenheimer Sees. Gebildet hat sich der See am Ende der Würm-Eiszeit. Er war mit 420 Quadratkilometern fast so groß wie der Bodensee.

Im Laufe der Zeit verlandete der See, es entstanden mächtige Moore. Auch die Harthauser Filze östlich von Bad Aibling sind glazialen Ursprungs – ein Überbleibsel des Inn-Chiemsee-Gletschers. Wasser ist das dominierende Element dieser Stadt, die nicht nur auf eine 2000-jährige Geschichte zurückblicken kann, sondern auch das älteste Moorheilbad Bayerns aufweist. Der Landgerichtsarzt Dr. Desiderius Beck eröffnete 1845 die erste bayerische Sole- und Moorschlamm-Badeanstalt in Bad Aibling. Zugleich trifft man hier auch auf Bayerns jüngstes Thermalbad. Die im Jahre 2007 staatlich anerkannte Heilquelle sprudelt aus einer Tiefe von 2300 Metern und wird sowohl für verschiedenste therapeutische Zwecke als auch im Wellnessbereich genutzt. Typisch für einen Kurort ist die angenehm unaufgeregte Atmosphäre, die einen während eines Stadtbummels umgibt, wenn man die vielen traditionsreichen Gebäude bestaunt.

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt - Wahrzeichen Bad Aiblings

Mittelpunkt der Stadt ist der Marienplatz mit der grazilen Marienfigur über dem Marktbrunnen. Schlendert man hinauf zum Hofberg, überrascht einen das Wahrzeichen Bad Aiblings: die prächtige Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Seit über 1000 Jahren überragt die sehenswert barockisierte Kirche die Stadt. Weiter im Osten gelegen, erwartet einen nach dem beschaulichen Ortsteil Harthausen, der aussichtsreiche Weiler Zell. Von hier aus führt ein überwiegend asphaltierter Weg durch die Harthauser Filze. Die parkartige Moorlandschaft verwöhnt mit äußerst pittoresker Vegetation und traumhaften Ausblicken zu den Chiemgauer Bergen, zum Kaisergebirge und zum nahen Wendelstein. Besonders anmutig sind die von vertrocknetem Schilfrohr gesäumten Fischweiher zwischen Ellmosen und Aschbach. Unzählige Wasserläufe plätschern unter schlammigen Moosböden unsichtbar zwischen Birken und Gestrüpp oder blubbern als dunkle Tümpel am Wegesrand. Kurz vor dem abgelegenen Weiler Aschbach kann es sein, dass plötzlich Hundegebell durch das düstere Gehölz schallt. Erst hernach auf den Weideflächen in Aschbach zeigt sich der kleine Wächter. Er ist nur neugierig und verzieht sich gleich wieder in den Kuhstall. Gleich hinter Aschbach erreicht man den Wendepunkt der Spritztour. Nun geht’s am Aschbach entlang, Wald und moorige Lichtungen wechseln sich ab. Vor Harthausen genießt man nochmals ein herrliches Alpenpanorama.

Viel zu schnell ist man wieder am Ausgangspunkt in Zell und fragt sich: „Eis oder Heiß“? Im nahegelegen Bad Feilnbach, präsentiert auf dem „Waldadvent“ ein Eisschnitzer seine kristallenen Kunstwerke, während die Therme in Bad Aibling Wärme und prickelnde Durchblutung verspricht. Bei Fernweh begibt man sich eher auf den „Kulinarischen Fair Trade Weihnachtsmarkt“ in Bad Aibling und schmiedet bei internationalen Spezialitäten Pläne für den nächsten Urlaub. Hierfür wäre auch ein Abstecher auf den „Christkindlmarkt Kolbermoor“ geeignet, wo man bei Glühbier aus Belgien mit der Kamelkarawane der Heiligen Drei Könige von 1001 Nacht träumt.

Von Doris Neumayr

IN UND UM BAD AIBLING

ANFAHRT – Auto: A8 München – Salzburg bis Ausfahrt Bad Aibling. Im 1. Kreisverkehr Richtung „Bad Aibling Ost“, dann geradeaus, Schild: „Stadtmitte“. Beim 2. Kreisverkehr rechts in „Kolbermoorer Straße“, „Kurklinik“. Links in „Harthauser Straße“ und vorbei an der Kurklinik. An einer mehrarmigen Kreuzung in einer Kurve folgt man der Ausschilderung „Zell“, „Gärtnerei Evi Gampl“. Kurz vor dem Ortsteil Zell am Straßenrand parken. Bahn: Meridian ab München bis Bad Aibling, www.der-meridian. de, Weiterfahrt mit Bus „Moor-Express“, Halt „Schönklinik Harthausen“, 50-Minuten-Takt.

TOUR – Gehstrecke insgesamt 7 km, Gehzeit ca. 2 Stunden, meist asphaltierte Wege (nach Neuschnee vor Ort erkundigen, ob die Wege begehbar sind). Man geht am Straßenrand nach Zell, vorbei am Gasthof „Zum Heiß“ (www.zum-heiss.de) und kommt an eine Kreuzung. Hier rechts, Schild: „Harthauser Filze“. Auf einem asphaltierten Weg über Grasflächen zunächst ostwärts, dann in einer Kurve nordwärts Richtung Ellmosen. Der nächste Rechtsabzweig zwischen Bänken wird ignoriert. Es geht linkshaltend vorbei am Schild „Wasserschutzgebiet“. Auf den Wiesen kurz vor Ellmosen kommt man an eine Verzweigung. Hier rechts, Schild: „Richtung Rosenheim, Kolbermoor“. Jetzt durch eine Moorlandschaft, vorbei an Fischteichen, immer auf dem Hauptweg bleibend. Vor dem freiliegenden Weiler Aschach ist der Weg kurz nicht asphaltiert. Hinter den Häusern von Aschbach zieht der, nun wieder asphaltierte Weg, nach rechts über Wiesen an eine Brücke.

Vor der Brücke rechts, Schild: „Bad Aibling“, dann in der Nähe des Aschbachs dahin. Nach weitläufigen Bauernwiesen erreicht man in Harthausen eine Kreuzung. Dort nach rechts und auf einem Sträßchen über Weideland zurück nach Zell.

TIPPS – „Kulinarischer Fair Trade Weihnachtsmarkt Bad Aibling“: an allen vier Adventwochenenden, Kunsthandwerk und internationale Leckereien, Marienplatz direkt vor dem neuen Rathaus, Fr.: 16 – 21 Uhr, Sa.: 14 – 21 Uhr, So.: 14 – 21 Uhr, www.aib-kur.de. „Christkindlmarkt Kolbermoor“: an allen vier Adventwochenenden mit wechselnden Angeboten, am Platz vor dem alten Rathaus, Fr:: 17 – 20.30 Uhr, Sa.: 14 – 20.30 Uhr, So.: 11 – 20.30 Uhr, www.gvkolbermoor.de. „Waldadvent Bad Feilnbach“: Eisschnitzer, regionales Angebot, buntes Rahmenprogramm Im Naturpark, Sa.,13.12., von 13 – 21 Uhr, So., 14.12., von 11 – 21 Uhr, www.bad-feilnbach.de. Therme Bad Aibling, Lindenstraße 32, Tel. 08061-9066-200, www.therme-bad-aibling.de.

KARTE – Kompass-Karte 181, Rosenheim, Bad Aibling.

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