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Auf Panorama-Wegen geht’s hinein in die Bergwelt des Zahmen Kaisers. Weniger anstrengend läuft’s für den, der sich in Walchsee ein E-Bike leiht.

Auf herrlichen Radl- und Wanderwegen am Walchsee

Per Turbo zum Kaiser

Ein Blick auf die Rad-Wanderkarte zeigt: Es wird eine lange, aber sehr abwechslungsreiche Runde. Rund 40 Kilometer, in Form einer Acht. Auch die Höhenmeter haben es in sich.

Der Walchsee liegt auf 668 Metern, die Feldalm, das Ziel, auf 1302 Metern. Nur was für harte Kerle? Von wegen! Einfach ein Mountainbike mit E-Antrieb mieten, dann wird die Tour kinderleicht! Um den See ist man schnell geradelt, dann heißt es auf „Turbo“ schalten: Am Parkplatz, wo viele Wanderer zur Lippenalm starten, wird’s steiler. Schon saust man die Serpentinen hinauf, unten schimmert blau der Walchsee. Die Landschaft zeigt sich immer alpiner. Idyllische Almen stehen am Weg, aber keine von ihnen ist bewirtschaftet. Gut wenn man da seine Brotzeit im Rucksack hat. Oberhalb der Gwirchtalm heißt es an einer Weggabelung Obacht geben. Nicht zur Schwarzen- bachalm geht’s hinauf, sondern Richtung Süden zunächst leicht bergab weiter zu den Feldalmen, die dort liegen, „wo es dunkel ist“, wie entgegenkommende Mountainbiker erklären und in Richtung Kaisergebirge deuten. Na, das sind ja Aussichten: Wo es dunkel ist...! Doch der Weg durch das Habersauertal an den gleichnamigen Almen vorbei erweist sich als äußerst idyllisch. Unten fließt der Weißenbach, während der Weg an romantischen Hütten, Kuhweiden und Almblumenwiesen dann wieder stetig bergauf führt, mitten hinein in das Naturschutzgebiet Kaisergebirge. Den Eintritt markiert eine Schranke. Dahinter kommt ein kurzes betoniertes, anstrengendes Stück Weg. Jetzt muss man selbst im Turbo-Modus fest in die Pedale treten, bis das Etappenziel Feldalm erreicht ist. Nun wird klar, warum die Wanderer unterwegs immer von „Feldalmen“ sprachen: Tatsächlich handelt es sich um eine Anhäufung kleiner Almen zu Füßen des imposanten Stripsenjochs und des Zahmen Kaisers. Ein paar Bankerl auf den Weiden laden ein, das herrliche Bergpanorama bei einer mitgebrachten Brotzeit zu genießen. Und sich darauf zu freuen, dass es von nun an nur noch bergab geht... Hat man das steile Stück bis zur Schranke erstmal hinter sich, geht es fast eben bis zur Abzweigung bei den Habersaueralmen. Hier wendet man sich nicht – wie auf dem Hinweg – zur Gwirchtalm, sondern fährt weiter bergab unterhalb der Raineralm, immer dem Bauchlauf des Weißenbachs folgend, bis das Ostufer des Walchsees erreicht ist. Wer es wagt, kann hier noch ein letztes Mal in diesem Jahr ins Wasser springen. Verrückt? Keineswegs! Der Walchsee ist mit einer Durchschnittstemperatur von 23 Grad einer der wärmsten Seen der Alpen. Wer vom Radeln jetzt noch nicht genug hat, biegt im Zentrum von Walchsee in Richtung „Schwemm“ rechts ab. Eine ganz andere Landschaftsform als auf der Feldalm eröffnet sich hinter dem nördlichen Dorfende: Nordtirols größte erhaltene Moorlandschaft versteckt sich hinterm Miesberg. Den Ausblick über die 63 Hektar großen Schwemm kann man am besten vom neuen, 16 Meter hohen Aussichtsturm genießen. Von dort oben werden die verschiedenen Lebensräume, Hoch- und Übergangsmoore sichtbar. Ob Frösche oder Molche, Libellen oder Wasserkäfer, im Wasser unterhalb des Turms herrscht reges Treiben. Weiter geht’s rund um den Miesberg bis zur Sonnleiten, oberhalb vom Walchseer Ortsteil Durchholzen. Hier kann man im Wildauerhof einkehren und sich, mit herrlichem Blick auf den Zahmen Kaiser, durch die Speisekarte schlemmen, bevor man ein allerletztes Mal den Turbo einschaltet – und in 10 Minuten zurück in Walchsee ist.

von Sonja Vodicka

Zu den Feldalmen

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg bis Inntaldreieck, weiter A 93 bis Ausfahrt Oberaudorf. B 172 zum Kaiserwinkl: Durchholzen bis Walchsee. Keine Vignettenpflicht!

TOUREN – Start: Kaiserwinkl Infobüro in Walchsee (Dorfstr. 1). Links am Camping Seespitz vorbei zum Wander-Parkplatz zur Lippenalm, (nicht zur Lippenalm hochfahren!). Weiter hoch über Gwichtsalm, hinunter ins Habersauertal, vorbei an Schranke, über Betonweg hinauf bis zur Hochalm „Feldalm“. Zurück auf gleichem Weg bis zur Schranke, weiter bergab auf Weg Nr. 87 über Habersauer Almen bis Aigen. Am See links halten. Entlang der Seepromenade in den Ortskern und zum Infobüro Kaiserwinkl. Erweiterung der Tour: Gegenüber vom Infobüro Kaiserwinkl in die Straße in Richtung Schwemm zum Schwemmturm. Von dort, vorbei am Golfplatz in Richtung Durchholzen. Über Sonnleiten und das Hotel Wildauerhof zuruck nach Walchsee und zum Infobüro Kaiserwinkl. Dieser Teil ist auch als schöne Herbst-Wanderung zu empfehlen!

TIPPS – Abenteuer beim Moorturm in der Schwemm: jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Teilnahme kostenlos. Keine Anmeldung erforderlich. Informationen beim Infobüro Kaiserwinkl in Walchsee. Leih-E-Mountainbikes kann man über das Infobüro reservieren; Preis: 20 Euro.

EINKEHR – Hotel Wildauerhof, Sonnleiten 51, A-6344 Walchsee, Tel.0043/5374/52530.

INFORMATION – Infobüro Kaiserwinkl Walchsee, Dorfstr. 1; T.: 0043 / 50 / 110 020; www.kaiserwinkl.com

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