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Auf diesen Pisten haben auch Nostalgiker ihren Spaß!

Klein und fein

Die zehn besten Retro-Skigebiete rund um München

Auch abseits großer Gebiete macht alpiner Skisport Spaß. Manchmal ist es eine Wohltat, wenn man in Ruhe Ski fahren, vor einer Hütte sitzen und die Aussicht ohne Zwangsbeschallung genießen kann.

Unsere Autorin Johanna Stöckl verrät die zehn besten Retro-Skigebiete in der Nähe von München: von lässig bis anspruchsvoll.

Ein guter Skitag misst sich nicht an Pistenkilometern

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber mir ist der Rummel in den namhaften Skigebieten zu Spitzenzeiten einfach zu groß. Ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn man abseits der großen Skischaukeln in winzig kleinen Skigebieten dem Wintersport frönt. Dort, wo die Aufstiegshilfen noch rassig „Hexenritt“ oder gemütlich „Tannenbankerllift“ heißen, wo anstelle eines anonymen Drehkreuzes noch der Liftmann die Karte kontrolliert, wo man im langen Schlepper Zeit für ein richtiges Gespräch findet, macht das Skifahren nämlich auch Spaß. Viele dieser Mikro-Skigebiete kämpfen Jahr für Jahr ums Überleben. Dabei sind es gerade die kleinen Lifte vor der Haustür, in denen der Nachwuchs erste, wertvolle Erfahrungen auf zwei Brettern sammelt.

1. Herzogstand Walchensee: Wildromantisch

1731 Meter hoch thront der Herzogstand über dem Walchensee. Seit 1994 (früher war’s ein Sessellift) schaukelt die Kabinenbahn nach oben. In den Wintermonaten ist der Herzogstand ein Kleinod für Puristen. Das Retro-Skivergnügen gibt es jedoch nur am Wochenende. Als Skifahrer muss man an der Bergstation erst einmal zur Kapelle hochsteigen, ehe man von dort in den Fahrenberghang einfahren kann. Wildromantisch und konditionsraubend ist die fünf km lange Abfahrt über den Kaltwasserboden nach Urfeld am Walchensee. Mit dem Pendelbus geht’s retour.

2. Wallberg Rottach-Egern: Nur für Experten 

Heute wird hier gerodelt. Vor vielen Jahren allerdings war der Wallberg ein beliebtes Skirevier der Münchner und der berüchtigte Glaslhang eine Mutprobe auf zwei Brettern. Der Skibetrieb wurde längst eingestellt, jedoch ist der Wallberg bis heute für versierte Skifahrer, Skitourengeher und Snowboarder nach wie vor eine Attraktion. Allerdings ist die 3,2 km lange Abfahrt wirklich nur sehr guten Fahrern zu empfehlen.

3. Kolbensattel Oberammergau: Tourenparadies 

Acht Liftanlagen bilden das Mini-Skigebiet. Über die Doppelsesselbahn erreicht man die Bergstation am Kolbensattel und die gleichnamige Hütte. Besonders beliebt: Die Sport Scheck Skitourenroute (beschneit, 400 Höhenmeter, ca. 1,5 h) zur Kolbensattelhütte. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag hat die Kolbensattelhütte für Tourengeher bis 23.00 Uhr geöffnet.

4. Laber Oberammergau: Unpräpariert 

Die weithin berüchtigte und nicht präparierte Skiroute Nordhang, die vom Gipfel des Labers zur Talstation führt, ist als eine der steilsten Abfahrten Deutschlands bekannt. Als Anfänger hat man hier nichts verloren.

5. Aschau Kampenwand: Purer Genuss

Purer Genuss Das Chiemgaukreuz auf dem 1669 Meter hohen Ostgipfel der Kampenwand ist weithin sichtbar. Das gleichnamige Skigebiet erreicht man über die historischen, bunten Vierer-Gondeln ab Aschau. Zwei Sessellifte und ein Schlepper ergänzen das lawinensichere Skigebiet, in dem man ausschließlich auf Naturschnee fährt. Vier Pisten und zahlreiche Variantenmöglichkeiten stehen Nostalgikern zur Verfügung. Ein Einkehrschwung auf der historischen Steinlingalm ist Pflicht. Skitourengeher erreichen die Hütte, die Donnerstag bis Sonntag geöffnet ist, über eine ausgewiesene Route. Auf der Sonnenalm, seit 2012 biozertifiziert und mehrfach ausgezeichnet, gibt es neben Schmalzbroten, gegrilltem Ziegenkäse und karamellisiertem Kaiserschmarrn mit Nüssen sogar Frühstück bis 11 Uhr.

6. Dammkar Mittenwald: Berüchtigt 

Die sieben Kilometer lange, unpräparierte Dammkarabfahrt gehört zu den spektakulärsten Abfahrten der Alpen, vielleicht sogar der Welt. Snowboarder, Freerider oder Skitourengeher, die sich hier her wagen, müssen in diesem Gelände allerdings echte Könner sein.

7. Hochfelln Bergen: Aussichtsreich 

Zwei Großkabinenbahnen, ein Schlepplift und drei Babylifte bilden das Skizentrum Hochfelln, in dem Freitag, Samstag und Sonntag ausschließlich auf Naturschnee gefahren wird. Die Einkehr im 1674 Meter hoch gelegenen Hochfellnhaus oder in der Bründlingalm ist ein Muss. An schönen, klaren Tagen erwartet Sie ein fantastischer Ausblick bis in die Zentralalpen hinein.

8. Wendelstein Brannenburg: Anspruchsvoll 

Der 1838 Meter hohe Wendelstein ist die prominenteste Erhebung im Mangfallgebirge. Zwei Bahnen enden knapp unterhalb des Gipfels. In sieben Minuten gondelt man in der Pendelbahn ab Bayrischzell-Osterhofen nach oben. Imposanter wird die 30-minütige Auffahrt in der 1912 erbauten Zahnradbahn ab Brannenburg. Seit über 100 Jahren tummeln sich hier versierte Skifahrer und Freerider auf den wenigen, aber langen Abfahrten und Varianten imNaturschneeparadies.ZweiSchlepplifte erschließen den Kessel. Eingekehrt wird im legendären Wendelsteinhaus (1883 eröffnet) oder in der DAV-Hütte Mitteralm, wo man auch ganzjährig übernachten kann.

9. Hörnle Bad Kohlgrub: Nostalgie pur 

Das 1548 Meter hohe Hörnle liegt in den Ammergauer Alpen. Seit 1954 schaukelt der Sessellift der „Hörnle Schwebebahn“ in 22 Minuten (!) geruhsam zu Berge. In den Wintermonaten – genügend Schnee vorausgesetzt, Schneekanonen gibt es keine – ist hier das Skifahren Kult. Die lange Familien- und rassige Standardabfahrt sind wunderbare Pisten. Zwei Schlepplifte und ein Babylift ergänzen das Angebot. Die 1911 erbaute Hörnlehütte thront am Gipfel. Sie hat als Alpenvereinshütte täglich bis 22 Uhr geöffnet. Skitourengeher, welche abends über die Skiroute nach oben steigen, freut das besonders.

10. Kranzberg Mittenwald: Mit Seeblick 

Ein Sessellift und drei Schlepplifte bilden das kleine, feine Skigebiet Kranzberg. Vom 1391 Meter hohen Gipfel aus eröffnen sich ein gewaltiges Panorama auf Karwendel- und Wettersteinmassiv, ebenso ein sagenhafter Tiefblick auf den Ferchen-, Lauter- und Luttensee.

Schöne Alternativen für Wintersportler in Europa

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