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Ein Helm ist mittlerweile fester Bestandteil der Ski-Ausrüstung. Nur er schützt ausreichend vor Kopfverletzungen.

Experten klären auf

Die zehn größten Ski-Irrtümer

Skier auf der Piste tauschen? Bindung einfach selbst einstellen? Rund ums Thema Skisport kursieren viele Trugschlüsse. Experten klären in kurzen Statements über Ski-Weisheiten auf:

Wir klären ein für alle Mal über weit verbreitete Ski-Irrtümer auf. Hier zehn gängige Halbwahrheiten zum Skifahren und die Antwort der DSV aktiv-Experten:

Irrtum Nr. 1: Meine Bindung kann ich selbst einstellen

Viele Wintersportler stellen ihre Skibindung im „Do-it-yourself“-Verfahren ein - getreu dem Motto "Hauptsache der Schuh sitzt fest". Ein Fehler, der schwerwiegende Folgen haben kann! Fast jeder fünfte Skiunfall ist auf fehlerhafte Ausrüstung zurückzuführen – ein Großteil von ihnen ließe sich mit einer korrekt eingestellten Bindung vermeiden. Da bei der Bindungs-Einstellung viele Faktoren - unter anderem skifahrerisches Können, Körpergröße, Gewicht, Kniedurchmesser, Sohlenlänge der Skischuhe - zu berücksichtigen sind, gilt hier: Ab zum Sportfachhändler.

Irrtum Nr. 2: Skier von Freunden ausprobieren

Die neuesten Skimodelle des Freundes einmal selbst zu testen? Die Experten raten von einem kurzentschlossenen Skitausch auf der Piste unbedingt ab! Der optimale Einstellungswert der Bindung variiert individuell – und eine falsch eingestellte Bindung kann bei Stürzen schnell zu Verletzungen führen!

Irrtum Nr. 3: Es passieren immer mehr Skiunfälle

Wintersportler haben oft das subjektive Empfinden, dass die Unfallzahlen auf unseren Skipisten steigen. Dieses Empfinden trügt: Wie die Statistiken der Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) der ARAG Sportversicherung zeigen, gingen die Unfallzahlen seit Beginn der Erhebungen im Winter 1979/1980 um insgesamt über 59 Prozent zurück. Gründe für die erhöhte Sicherheit im Skisport: Höheres Sicherheitsbewusstsein in der Bevölkerung, Verbesserungen in der Pistenpräparation und Weiterentwicklungen am Material. Falls es doch zu einem Skiunfall kommt, garantiert außerdem ein dichteres und professionelleres Rettungsnetz, dass Verletzte schneller erstversorgt werden.

Irrtum Nr. 4:  Mein zehn Jahre alter Skischuh funktioniert noch super

Die altbewährten Skischuhe sind komfortabel und angenehm zu tragen? Diese Bequemlichkeit kann mitunter gefährlich werden: Das Material wird über die Jahre müde. Durch jahrelange, intensive Nutzung verliert der Schuh an Formschlüssigkeit. Die Konsequenz: Der Skischuh bietet keinen guten Halt mehr und die optimale Kraftübertragung lässt nach. Zusätzlich dünstet der Weichmacher mit zunehmendem Alter aus der Kunststoffschale aus – die Schale kann brechen. Zu guter Letzt nutzen sich auch die Sohle und damit die Anschlussstücke zwischen Skischuh und Bindung über die Jahre ab. Die Sicherheitsfunktion der Skibindung ist dann nicht mehr gewährleistet.

Irrtum Nr. 5: Kürzere Ski sparen Kraft und sind leicht zu fahren

Ein kurzer Ski ist leichter zu handhaben? Trugschluss: Ein kurzer Ski dreht zwar leichter ein als längere Bretter, aber der Skifahrer muss die Fahrlinie anschließend muskulär halten. Das kostet über den gesamten Skitag gesehen viel Kraft und spätestens am Nachmittag geht der Pistentag richtig in die Beine. Regelmäßige Pausen sind deshalb Pflicht! Ein etwas längerer Ski ist gutmütiger und fehlerverzeihend und so über den ganzen Skitag hinweg kraftsparender zu fahren.

Irrtum Nr. 6: Im Hang sind schon viele Spuren, da wird schon nichts passieren

Die Lawinengefahr sollten Wintersportler niemals unterschätzen! Auch bei Spuren im Tiefschneehang ist weder zu erkennen, wie alt diese Spuren sind, noch wie das Gelände darunter aussieht. Durch das Befahren von Schneehängen wird Druck auf das komplexe Spannungsverhältnis innerhalb der Schneedecke ausgeübt – die eigene Fahrt kann ausreichen, die Schneedeckenstruktur zusammenbrechen zu lassen. Skifahrer, die sich im Gebiet nicht auskennen und denen der langfristige Schneedeckenaufbau nicht bekannt ist, haben abseits der Piste nichts verloren! Das gilt v.a. von Lawinenwarnstufe 3 an aufwärts – immer dann blinkt die orangene Lawinenwarnleuchte im Kassen- und Lifteinstiegsbereich. Der regionale Lawinenwarnbericht liegt in den „Prädikat geprüften Skigebieten“ täglich aus und informiert über aktuelle Gefahrenstufen, Schneedecken-Eigenschaften und die zu erwartende Wetterentwicklung.

Irrtum Nr. 7: Ein Helm behindert mich beim Skifahren

In Konstruktion und Design von Helmen hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan: Die Schnitte sind formschlüssiger geworden und die Helme deutlich leichter. Um auch bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen ein angenehmes Tragegefühl zu gewährleisten, verfügen die neuesten Helme alle über eine Belüftungsfunktion. An kalten Tagen halten sie warm und auch bei starkem Schneefall trocken, während Mützen ihre Wärmefunktion zunehmend verlieren, wenn sie Feuchtigkeit aufsaugen. Ein weiterer Helm-Vorteil: Die Skibrille sitzt besser. Ein Helm ist heutzutage fester Ausrüstungsbestandteil, nur er kann ausreichend vor Kopfverletzungen schützen!

Irrtum Nr. 8: Das Waschen schadet der Skibekleidung

Funktionswäsche wird durchs Waschen nur dann beschädigt, wenn man zum falschen Waschmittel greift, mit einer zu hohen Temperatur wäscht und vergisst, Skijacke und -hose danach neu zu imprägnieren. Doch gleichermaßen gilt: Die Funktion der Skibekleidung kann nur aufrechterhalten werden, wenn diese hygienisch sauber ist. Schmutz und Schweiß können die feinen Poren verschließen und damit die Atmungsaktivität behindern. Wichtig: Ski-Bekleidung immer nach den Anleitungen des Herstellers waschen - meist als Schonwäsche bei niedriger Temperatur und mit entsprechendem Funktionswaschmittel. Keinesfalls darf Weichspüler verwendet werden. Wichtig ist auch die Imprägnierung der Bekleidung in mehreren Schichten nach jedem Waschen! Tipp: Die Imprägnierung hält am besten, wenn das Spray nach dem Einsprühen mit geringer Temperatur eingebügelt wird.

Irrtum Nr. 9: Kunstschnee ist hart und gefährlich

Sowohl Naturschnee als auch „technischer Schnee“ (so die korrekte Bezeichnung) sind nichts anderes als gefrorenes Wasser. Fakt ist: Natürlicher Schnee legt von den Wolken bis zur Erde einen deutlich längeren Weg zurück. Die Schneekristalle, die durch den Kontakt mit feinsten Luftpartikeln entstehen, bilden sich besser aus. Da dies bei künstlich hergestelltem Schnee nicht der Fall ist, hat dieser immer eine andere Konsistenz. Aber: Für den Skisportler ist ein Unterschied vor allem in den ersten Skistunden kaum zu bemerken. Und: Durch den kompakten technischen Schnee bleibt der gute und sichere Zustand der Pisten länger erhalten.

Irrtum Nr. 10: Eine Skiversicherung brauche ich nicht

Unfälle können passieren oder die eigene Ski-Ausrüstung gestohlen werden – dagegen ist keiner gewappnet. Die DSV-Skiversicherungen greifen weltweit bei Diebstahl, Bruch und Beschädigung der eigenen und gemieteten Ski- und Snowboard-Ausrüstung. Bei vielen Versicherungspaketen ist zusätzlich eine Personenversicherung inkludiert. Dabei ist eine schnelle und sichere Verletztenbergung das wichtigste Element. Ein weiterer Vorteil: Die DSV-Skiversicherungen umfassen auch eine weltweit geltende Rechtsschutzversicherung. Die ist vor allem bei Skireisen im außereuropäischen Ausland von großer Bedeutung.

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