Unterstützung gegen Vorwürfe

1000 Rosen für Polens Ex-Staatschef Walesa

Danzig - Anhänger des ehemaligen polnischen Staatschefs Lech Walesa haben ihrem Idol am Donnerstag in dessen Büro in der Hafenstadt Gdansk (Danzig) tausend Rosen in den Nationalfarben rot und weiß übergeben.

Damit wollten die Veranstalter der Initiative dem ehemaligen Werftarbeiter und Solidarnosc-Führer nach eigenen Angaben gegen Vorwürfe unterstützen, er habe zu Beginn der 70er Jahre mit der polnischen Staatssicherheit (SB) zusammengearbeitet.

In einem mit "Wir, das Volk" unterzeichneten Brief bekundeten die Walesa-Anhänger ihre Solidarität mit dem Friedensnobelpreisträger des Jahres 1983 und erklärten: "Für uns sind sie ein Held!" Walesa reagierte mit den Worten: "Es gibt noch Menschen, die sich an die Vergangenheit erinnern." Seine Gegner rief er auf, nicht zu zerstören, was "Polens großer Sieg" gewesen sei.

Der Streit um Walesas mögliche Tätigkeit für die Geheimpolizei SB dauert bereits seit Jahren an. Seine Kritiker werfen ihm vor, Anfang der 70er Jahre als junger Elektriker auf der Schiffswerft Kollegen für die SB bespitzelt zu haben. An die Spitze der streikenden Werftarbeiter und später der antikommunistischen Gewerkschaft Solidarnosc gelangte Walesa erst Jahre später.

Vor mehr als 15 Jahren hatte ein Sondergericht Walesa von allen Vorwürfen freigesprochen. Im Januar erklärten Experten jedoch, sie hielten das gegen Walesa vorliegende Beweismaterial für stichhaltig. Das Institut für Nationales Gedenken (IPN) erklärte, es sei eine "handschriftliche Zusage zur Zusammenarbeit" Walesas mit der Geheimpolizei SB entdeckt worden. Sie sei unterschrieben mit "Lech Walesa" und dem Tarnnamen "Bolek".

Walesa bestreitet jegliche Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit. Die vom IPN vorgelegten Dokumente bezeichnete er als Fälschungen.

afp

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