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Eine Angehörige zeigt ein Foto des Hingerichteten.

Pakistan

Als 15-Jähriger zum Tode verurteilt: Häftling hingerichtet

Islamabad - Als er verurteilt wurde, war er noch ein Jugendlicher. Trotzdem wurde Aftab Bahadour Masih nun in Pakistan gehängt. Zuvor schrieb er einen bewegenden Text darüber, wie er „zwischen Tod und Leben“ strandete.

Nach mehr als 20 Jahren in der Todeszelle ist der im Alter von nur 15 Jahren verurteilte Pakistaner Aftab Bahadour Masih hingerichtet worden. Der inzwischen 38-jährige Christ sei am Mittwoch in der ostpakistanischen Stadt Lahore gehängt worden, sagte ein Gefängnismitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Masih war wegen des Mordes an drei Menschen im Jahr 1992 verurteilt worden. Damals lag das Alter für Strafmündigkeit in Pakistan bei 15 Jahren. Im Jahr 2000 wurde es auf 18 hochgesetzt. Masih hatte seine Unschuld beteuert und kurz vor seiner Hinrichtung einen bewegenden Text verfasst.

„Ich bin unschuldig, aber ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machen wird“, hieß es in dem Essay, das in einer englischen Übersetzung der Menschenrechtsorganisation Reprieve im „Guardian“ erschien. „In den letzten 22 Jahren meiner Haft habe ich mehrfach Hinrichtungsbefehle erhalten“, schrieb Mahsin. „Seit vielen Jahren - seit ich erst 15 Jahre alt war - bin ich zwischen Leben und Tod gestrandet.“ Der Text endete mit den Worten: „Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, aber die Nacht ist sehr dunkel.“

Die Menschenrechtler von Reprieve übten scharfe Kritik an der Hinrichtung. „Heute ist ein wahrhaft schändlicher Tag für Pakistans Justizsystem“, teilte die Organisation mit. Masih sei nach der Tat von der Polizei durch Folter zu einem Geständnis gezwungen worden. Die Organisation hatte Masih kostenlos juristisch unterstützt.

Erst am Dienstag hatten die Behörden die Hinrichtung von Shafqat Hussain zum vierten Mal verschoben. Er war nach Angaben seiner Familie erst 14 Jahre alt, als er wegen Mordes 2004 zum Tode verurteilt wurde. Eine amtliche Untersuchung kam dagegen im vergangenen Monat zu dem Ergebnis, Hussain sei bei seiner Festnahme unmittelbar nach der Tat 23 Jahre alt gewesen. Das Verfassungsgericht lehnte am Mittwoch Hussains Antrag ab, den Fall neu aufzurollen.

Nach einem Taliban-Angriff auf eine Schule im Dezember hatte die Regierung ein rund sechs Jahre altes Moratorium auf Vollstreckung der Todesstrafe aufgehoben. Seitdem wurden rund 150 Todesurteile an verurteilten Terroristen, aber auch an Kriminellen vollstreckt. Damit gehört Pakistan zu den Ländern mit den meisten Hinrichtungen.

dpa

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