+
Die Wucht der Detonation sei einem Erdbeben gleichgekommen, berichteten Augenzeugen. Foto: Said Yusuf Warsame

15 Tote bei Anschlag auf Diplomaten-Hotel in Somalia

Während US-Präsident Obama Ostafrika besucht, verüben Islamisten in Somalia einen schweren Anschlag. Sie sprengen vor einem Hotel einen Lastwagen in die Luft. Augenzeugen berichten, die Wucht der Detonation sei einem Erdbeben gleichgekommen.

Mogadischu (dpa) - Bei einem gewaltigen Bombenanschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind Augenzeugen und Sicherheitsbeamten zufolge mindestens 15 Menschen getötet worden. 

Ein Selbstmordattentäter sprengte am Sonntag einen Laster vor dem vor allem von Diplomaten besuchten Jazeera Hotel in die Luft.

Die islamistische Al-Shabaab-Miliz bekannte sich zu der Tat. Mitarbeiter eines Krankenhauses berichteten am Montag von 35 Verletzten, von denen über 20 in kritischem Zustand seien. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen.

Der Anschlag ereignete sich während der Ostafrika-Reise von US-Präsident Barack Obama, der gerade auf dem Weg von Kenia in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba war. Beide Länder unterstützen Somalia im Kampf gegen die Al-Shabaab-Miliz.

Unter den Toten sollen Berichten zufolge ein Chinese und ein Kenianer sein. Im Jazeera Palace Hotel, das neben Büros der Vereinten Nationen direkt an der Straße zum Flughafen liegt, verkehren vor allem Diplomaten, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen und Regierungsbeamte.

Durch die Wucht der Detonation stürzten mehrere Häuser in der Umgebung ein und begruben Bewohner unter sich. Staatspräsident Hassan Sheik Mohamud sprach von einem feigen terroristischen Akt.

Erst am Samstag waren bei zwei Anschlägen der Extremisten in Mogadischu sechs Menschen getötet worden, darunter ein Abgeordneter und ein Regierungsvertreter, wie die Polizei mitteilte. Beide Politiker seien jeweils aus vorbeifahrenden Fahrzeugen erschossen worden. Auch Leibwächter und Zivilisten kamen ums Leben. Die Attentäter konnten entkommen.

Al-Shabaab verübt regelmäßig Anschläge auf Regierungsvertreter und Zivilisten in Somalia, seit 2011 aber auch in Kenia. Die Islamisten fordern den Abzug kenianischer Truppen aus dem Nachbarland. Der Kampf gegen den Terror ist eines der zentralen Themen bei Obamas politischen Gesprächen in der Region.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schulz: Stärkere europäische Kooperation ist Antwort auf Trump
Für ein starkes Europa und gegen die Aufrüstungslogik von Trump - SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz schlägt nach dem G7-Gipfel in die selbe Kerbe wie Kanzlerin Angela …
Schulz: Stärkere europäische Kooperation ist Antwort auf Trump
Steinbrück stänkert gegen Schulz-Wahlkampf
SPD-Kanzlerkandidat Schulz hält seinen Fokus auf Gerechtigkeit für richtig und wichtig. Störfeuer kommt nun ausgerechnet vom 2013 krachend gescheiterten …
Steinbrück stänkert gegen Schulz-Wahlkampf
20-Jähriger stirbt bei Protesten in Venezuela
Seit mehreren Wochen befindet sich Venezuela wegen Protesten gegen die Regierung im Ausnahmezustand. Wöchentlich steigt die Zahl der Toten - nun musste ist ein weiterer …
20-Jähriger stirbt bei Protesten in Venezuela
Macron: Fester Händedruck mit Trump sollte Zeichen setzen
War das lange und kräftige Händeschütteln zwischen Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump ein Machtspiel unter Politikern? Frankreichs neuer Präsident nahm nun …
Macron: Fester Händedruck mit Trump sollte Zeichen setzen

Kommentare