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Tausende Menschen gingen am Samtag in der griechischen Stadt Tessaloniki gegen den Sparkurs der Regierung auf die Straße.

Thessaloniki

17000 Menschen protestieren gegen Sparkurs

Thessaloniki - Rund 17000 Menschen haben am Samstag in der griechischen Stadt Thessaloniki gegen den Sparkurs der Regierung protestiert.

Anlässlich der Eröffnung der internationalen Messe von Thessaloniki durch Ministerpräsident Antonis Samaras marschierten die Teilnehmer durch das Stadtzentrum, das vier Stunden lang für den Autoverkehr gesperrt war. 4500 Polizisten sorgten für Sicherheit. Zu der Demonstration hatten Gewerkschaften aufgerufen.

Samaras eröffnete die 78. internationalen Messe von Thessaloniki, mit der jedes Jahr in Griechenland die politische und wirtschaftliche Sommerpause endet. Der Ministerpräsident äußerte sich optimistisch, dass die griechische Wirtschaft im kommenden Jahr erstmals wieder wachsen werde und dass Griechenland einen Primärüberschuss erreiche, das heißt einen Haushaltsüberschuss vor Zinszahlungen.

"Griechenland schlägt nach sechs Jahren Rezession eine neue Seite auf", sagte Samaras. Er betonte die Notwendigkeit, am Sparprogramm festzuhalten, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, schloss aber weitere Sparmaßnahmen aus. Alexis Tsipras, der Vorsitzende der linken Oppositionspartei Syriza, warf Samaras "Heuchelei" vor. "In einer Stadt, in der Unternehmen schließen und die Arbeitslosigkeit explodiert, hat Samaras Heuchelei an den Tag gelegt und Lügen erzählt", sagte er.

Griechenland wurde mit Milliarden-Krediten vor dem Staatsbankrott bewahrt. Im Gegenzug verpflichteten die Gläubiger aus Europäischer Zentralbank. EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds die Regierung zu massiven Einsparungen im Staatshaushalt. Die Gegner der Sparpolitik organisieren immer wieder Demonstrationen und Streiks, um auf die Folgen der Kürzungen für die Betroffenen aufmerksam zu machen.

AFP

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