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19 Jahre nach Terror in Bali: Prozessbeginn in Guantánamo

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Guantanamo Bay
Das US-Gefangenenlager Guantánamo Bay in Kuba. © Alex Brandon/AP/dpa

2002 starben bei einem Terroranschlag in einen Nachtclub auf Bali 202 Menschen. Jetzt erhebt ein US-Militärtribunal Anklage gegen die mutmaßlichen Drahtzieher.

Guantánamo Bay/Jakarta - Fast 19 Jahre nach dem blutigen Terroranschlag auf Bali mit mehr als 200 Toten hat ein Militärtribunal im Gefangenenlager Guantánamo Bay am Montag formell Anklage gegen drei Männer aus Indonesien und Malaysia erhoben.

Die drei Verdächtigen waren vor 18 Jahren in Thailand festgenommen worden und sind seit 2006 in dem Lager auf Kuba ohne Prozess inhaftiert. Ihnen werde Mord, Verschwörung und Terrorismus vorgeworfen, berichtete die indonesische Zeitung „Republika“.

Hauptangeklagter ist der Indonesier Encep Nurjaman. Er soll Drahtzieher der Bombenanschläge auf einen Nachtclub in dem Ort Kuta auf Bali im Oktober 2002 und ein Jahr später auf ein Hotel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gewesen sein. Auf Bali waren 202 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Deutsche. In Jakarta starben zwölf Menschen. Bei beiden Attentaten wurden zudem Hunderte Menschen verletzt.

„Der 1964 in Cianjur, Westjava, geborene Mann gilt als Verbindungsmann zwischen den Terrororganisationen Jemaah Islamiyah (JI) und Al-Kaida in Südostasien“, schrieb die indonesische Zeitung „Kompas“ über Nurjaman. Die beiden Malaysier sind nach Angaben der Zeitung „The Star“ 45 und 46 Jahre alt. Alle drei hätten bereits im Februar einem Richter vorgeführt werden sollen, jedoch war die Anklageerhebung wegen der Corona-Pandemie verschoben worden.

Am Gefangenenlager in Guantánamo Bay gibt es seit Jahren Kritik von Menschenrechtlern. UN-Menschenrechtsexperten hatten nach der Amtsübernahme von US-Präsident Joe Biden im Januar die sofortige Schließung gefordert. Derzeit sind 39 Insassen in dem Lager. Die damalige US-Regierung hatte das Lager vor 19 Jahren, am 11. Januar 2002, eingerichtet, rund vier Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington. dpa

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