+
Der Kommissar für Menschenrechte des Europarats, Nils Muiznieks, spricht vom Jahr 2014 als einem schelchten für die Grundrechte. Foto: Europarat

2014 schlechtes Jahr für Menschenrechte in Europaratsländern

Der Menschenrechtskommissar des Europarates besucht regelmäßig Konfliktgebiete in den 47 Mitgliedsländern, um den Schutz der Grundrechte anzumahnen. 2014 musste er viele Missstände registrieren.

Straßburg (dpa) - 2014 war nach Einschätzung des Menschenrechtskommissars des Europarates, Nils Muiznieks, ein schlechtes Jahr für die Grundrechte. Sein Jahresbericht wurde heute in Straßburg veröffentlicht.

Flüchtlingsdramen im Mittelmeer, der Konflikt in der Ukraine und Angriffe auf die Medienfreiheit in mehreren Ländern gehörten zur düsteren Bilanz der 47 Mitgliedsländer der Staatenorganisation.

Das Mittelmeer sei ein gewaltiges Massengrab für Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Armut geblieben, hieß es. Die offiziell genannte Zahl von 3000 Toten dürfte in Wirklichkeit viel höher liegen, da viele seeuntüchtige Boote in stürmischem Wetter gesunken oder an felsigen Ufern zerschellt seien, ohne Spuren zu hinterlassen.

Zudem gaben Einschränkungen von Grundfreiheiten in der Ukraine und in Russland Anlass zur Sorge, wie es in dem Bericht hieß. Die politischen Entwicklungen im Konflikt in der Ostukraine haben demnach die gewaltige humanitäre Krise für die Menschen in der Region überschattet. Betroffen äußerte sich Muiznieks über die Lage der Krimtataren nach seinem Besuch auf der Schwarzmeer-Halbinsel.

Medien, Journalisten und Aktivisten von Nichtregierungsorganisationen wurden in der Ostukraine, in Russland und in der Türkei körperlich angegriffen und öffentlich diffamiert. Muiznieks forderte die Regierungen der Europaratsländer auf, derartige Übergriffe sofort und entschieden zu verurteilen. Medien und Nichtregierungsorganisationen sorgten oft durch ihren mutigen Einsatz für Fortschritte der demokratischen Entwicklung.  

Webseite Menschenrechtskommissar

Jahresbericht

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Medien: Bombenanschlag auf Polizeifahrzeug in Mersin
Auf ein Fahrzeug der Polizei in der südtürkischen Hafenstadt Mersin ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu ein Anschlag verübt worden.
Medien: Bombenanschlag auf Polizeifahrzeug in Mersin
Entsetzen nach Anschlag auf maltesische Journalistin
Feinde hatte Daphne Caruana Galizia viele. Mit unbequemen Enthüllungen machte sie den Mächtigen auf dem Inselstaat Malta das Leben schwer. Jetzt ist sie tot - gestorben …
Entsetzen nach Anschlag auf maltesische Journalistin
Mehr Kinder in Ganztagsschulen - Bald Rechtsanspruch?
Kinderbetreuung auch am Nachmittag: In Ganztagsschulen gehört das dazu. Doch wie viele Kinder besuchen überhaupt eine? Und was würde ein flächendeckender Ausbau kosten? …
Mehr Kinder in Ganztagsschulen - Bald Rechtsanspruch?
Ticker zur Österreich-Wahl: Grünen endgültig vor dem Parlaments-Aus
Nach der Wahl 2017 in Österreich liegt der 31-jährige Sebastian Kurz (ÖVP) klar vorn. Reaktionen, News und das Ergebnis im Live-Ticker zur Nationalratswahl.
Ticker zur Österreich-Wahl: Grünen endgültig vor dem Parlaments-Aus

Kommentare