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In mehreren Städten laufen schwere Kämpfe gegen den IS - hier in Mossul

Sturm auf Rakka startet

21 tote Zivilisten bei Luftangriff auf IS-Hochburg in Syrien

In Nordsyrien läuft ein Sturm auf die IS-Hochburg Al-Rakka. Unterstützende Luftangriffe haben allerdings auch viele Zivilisten das Leben gekostet.

Kurdische Kämpfer haben mit dem lang erwarteten Sturm auf die wichtigste verbliebene IS-Hochburg Al-Rakka in Nordsyrien begonnen. Die von einer US-Koalition unterstützen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) begannen am Dienstag eigenen Angaben zufolge „den großen Kampf zur Befreiung“ der inoffiziellen Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Im Morgengrauen hatten heftige Kämpfe am nördlichen und östlichen Stadtrand eingesetzt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Unterstützt werden die Truppen von Luftangriffen der Anti-IS-Allianz unter Führung der USA, die den Beginn der Offensive bestätigten.

Seit Start der Militäroperation zur Befreiung Al-Rakkas im November waren die SDF-Truppen immer weiter auf die Großstadt vorgerückt. Im Norden, Osten und Westen stehen die Truppen nun maximal wenige Kilometer vom Stadtgebiet entfernt.

Al-Rakka eines der wichtigsten IS-kontrollierten Gebiete

Nach Süden hin ist Al-Rakka allerdings noch immer an die IS-Gebiete im Osten Syriens und im Irak angebunden. Neben dem fast komplett eroberten Mossul im Irak gilt der Ort am Fluss Euphrat als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Al-Rakka wird seit 2014 von den Extremisten beherrscht.

Die Beobachtungsstelle berichtete, dass die Truppen am Dienstag Gebäude und Kontrollpunkte am östlichen Stadtrand von den Dschihadisten erobert hätten. Die Kämpfe würden an den Verteidigungsanlagen des IS ausgetragen. Weitere Gefechte gebe es im Inneren eines Militärstützpunktes nördlich der Stadt.

Der US-Kommandeur des Anti-IS-Einsatzes, General Stephen Townsend, ließ mitteilen, dass die Offensive dem IS als Territorialmacht einen entscheidenden Schlag versetzen werde. Doch der Kampf werde „lang und mühsam“ werden.

Vorwurf an Koalition 21 Menschen getötet zu haben

Die US-geführte Koalition sieht sich dabei mit Berichten konfrontiert, ihre Jets seien wahrscheinlich für einen Luftangriff auf Al-Rakka verantwortlich, bei dem mindestens 21 Zivilisten starben. Die Informationen der Beobachtungsstelle, nach denen die Menschen bei der Flucht aus der Stadt angegriffen wurden, blieben von amerikanischer Seite zunächst unkommentiert. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Berichte über viele getötete Zivilisten bei Luftangriffen der Koalition gegeben.

Bei einer Pressekonferenz nur wenige Kilometer außerhalb Al-Rakkas verkündete der kurdische Brigadegeneral Talal Silo derweil, die Moral der SDF Einheiten sei „sehr hoch“. Er rief die Bewohner der Stadt auf, das Bündnis zu unterstützen.

Die SDF bestehen neben den führenden kurdischen Volksschutzeinheiten YPG auch aus arabischen Kämpfern. Die US-Regierung hatte vergangenen Monat angekündigt, die YPG mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeugen auszurüsten.

dpa/fn

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