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Jasmin Abed, Flüchtling aus dem Irak, zeigt seinen Ankunftsnachweis. 

Ausgabe hat begonnen

27-jähriger Iraker erhält ersten Flüchtlingsausweis

Heidelberg - Künftig soll es kein Durcheinander mehr geben. Jeder Asylbewerber in Deutschland bekommt einen Flüchtlingsausweis. Dessen erster Empfänger hat einen beschwerlichen Weg hinter sich.

In Deutschland haben die ersten Asylbewerber einen Flüchtlingsausweis erhalten. Die Ausgabe begann am Donnerstag in Heidelberg.

In den kommenden Tagen folgen nach Angaben eines Sprechers des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Zirndorf, Herford und Berlin. Mit dem Flüchtlingsausweis will die Bundesregierung Probleme bei der Registrierung von Asylbewerbern lösen und den Datenaustausch der zuständigen Behörden verbessern.

Ab Mitte Februar soll das System, das zunächst in Heidelberg und den drei weiteren Registrierungszentren erprobt wird, deutschlandweit eingeführt werden. Damit dies erfolgen kann, muss am Freitag noch der Bundesrat dem nötigen Gesetz zustimmen.

Im Heidelberger Registrierungszentrum erhielt der 27 Jahre alte Jasim aus dem Irak als Erster das Dokument. Stolz zeigte er es vor. Er hoffe, in Deutschland bleiben zu können und eine Wohnung und Arbeit zu finden, sagte sein Übersetzer.

Jasim hatte im Irak als Obst- und Gemüseverkäufer gearbeitet. Er berichtete von seiner beschwerlichen und gefährlichen Flucht, die 15 Tage dauerte und ihn über die Türkei, Griechenland und die Balkanroute nach Deutschland führte. "Auf dem Meer war es besonders schlimm", sagte der 27-Jährige. Er sei mit anderen Flüchtlingen vom Schlauchboot ins Wasser gefallen. "Nach einer Stunde kam die Rettung", berichtete er. Der junge Mann in Jeans und Lederjacke gab geduldig Auskunft, sichtlich beeindruckt allerdings vom großen Medieninteresse an ihm und seinem Flüchtlingsausweis.

Der Ausweis enthalte neben Foto, Namen und Alter auch Angaben zur Herkunft der Flüchtlinge, sagte Markus Richter vom BAMF. Entscheidend sei der Stammdatensatz, in dem die Fingerabdrücke erfasst sind. Diese werden an das Bundeskriminalamt übermittelt und mit verschiedenen Datenbanken abgeglichen.

Da alle mit Flüchtlingen befassten Behörden Zugriff auf die Daten bekommen, ist nach Richters Angaben künftig ausgeschlossen, dass Asylbewerber mit mehreren Identitäten unterwegs sind. Auch wer bereits in einem anderen EU-Land registriert worden sei, werde erkannt und könne dorthin zurückgeschickt werden. Leistungen erhalten Asylbewerber künftig nur noch gegen Vorlage des Ausweises.

Die deutschlandweite Einführung des Systems wird den Angaben zufolge bis Mitte des Jahres dauern. Die Stammdatensätze können bereits an den Grenzen erhoben und übermittelt werden. Die Ausweise bekommen die Asylbewerber später bei der Registrierung.

Das Erfassen der noch fehlenden Daten, das Scannen der Fingerabdrücke und das Drucken der Ausweise solle höchstens 20 Minuten dauern, sagte Richter. Die Ausweise würden auf Spezialpaper und mit Spezialtinte gedruckt. Die Ausrüstung stammt von der Bundesdruckerei.

dpa

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