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2G nach Booster-Impfung: Wer hat was übersehen? Großes Bundesland schert aus Lauterbach-Plan aus

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Von: Patrick Mayer

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Corona-Krisenmanager: Bundeskanzler Olaf Scholz (li.) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD).
Corona-Krisenmanager: Bundeskanzler Olaf Scholz (li.) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD). © IMAGO / photothek

Die Corona-Testpflicht entfällt nach der Booster-Impfung. Die Gesundheitsminister um Karl Lauterbach nennen eine Frist - an die sich ein großes Bundesland nicht hält.

München/Berlin/Stuttgart - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) referierte mal wieder. Und das vor Millionenpublikum bei „Anne Will“. Nicht wenige Zuschauer dürften gebannt zugehört haben, als der Gesundheitsexperte über den Einfluss der Booster-Impfungen in der Coronavirus-Pandemie sprach.

Booster-Impfungen gegen Corona: Testpflicht entfällt nach 15 Tagen

Seiner Einschätzung nach hätten Geboosterte mit den jetzt vorhandenen Impfstoffen bereits einen Schutz von 75 Prozent, erzählte der Rheinländer, auch gegen die Omikron-Variante von Corona. „Das ist sehr nennenswert“, sagte der SPD-Politiker: „Somit ist die Booster-Impfung unfassbar wertvoll.“ Wie aber mit Rechten und Freiheiten für Drittgeimpfte umgehen? Auch darauf hatte der neue Ressortleiter und Nachfolger des stellenweise schwer in die Kritik geratenen Jens Spahn (CDU) eine Antwort parat.

So warb Lauterbach für ein Ende der Testpflicht für all jene, die eine Booster-Impfung hinter sich haben. Es kam trotzdem zu einem Durcheinander. Wer hat da was übersehen? Der Reihe nach: Bei der Konferenz der Gesundheitsminister der Länder mit dem Bund am Dienstag, 14. Dezember, vereinbarte Lauterbach mit seinen Kollegen eine Frist von 15 Tagen nach der Auffrischungsimpfung, nach deren Ablauf die Corona-Testpflicht für Geboosterte entfällt. Für sie gilt damit kein 2Gplus mehr.

Im Video: Nach Corona-Impfstoff-Inventur - Heftige Unions-Kritik an Karl Lauterbach

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sorgte das jedoch für reichlich für Verwirrung in Baden-Württemberg - mit rund 11,1 Millionen Menschen immerhin das nach Einwohnern drittgrößte Bundesland. Denn: Zu diesem Zeitpunkt galt im Südwesten bereits die Corona-Regel, dass Geboosterte mit dem Tag ihrer Auffrischungsimpfung zum Beispiel in der Gastronomie, im Kino oder im Fitnessstudio keinen zusätzlichen negativen Test vorweisen müssen.

Es genügte der Nachweis über die dritte Impfung in den entsprechend digitalen Apps wie der Covid-App. Und zwar wurde dies zwischen Mannheim, Freiburg, Stuttgart und Ulm schon flächendeckend seit dem ersten Dezember-Wochenende vom 3. bis 5. Dezember umgesetzt.

Ich versuche, Impfstoff aus Osteuropa zurückzukaufen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)

„Derzeit bleibt Baden-Württemberg bei der aktuellen Regelung“, teilte ein Ministeriumssprecher laut Stuttgarter Zeitung am 15. Dezember mit. Das Bundesland im Südwesten scherte somit aus der Frist aus, die Lauterbach und die Ressortleiter gemeinschaftlich beschlossen hatten. Es ist das nächste Durcheinander in der Corona-Krise.

Mehr noch: Laut dem baden-württembergischen Gesundheitsministeriums in Stuttgart habe es demnach noch gar keine finale Entscheidung über die Frist durch die Gesundheitsminister gegeben.

Corona-Testpflicht nach Booster-Impfungen: Baden-Württemberg geht eigenen Weg

Währenddessen müht sich Lauterbach nach seiner Impfstoff-Inventur, viele weitere Dosen Vakzin zu beschaffen, um die Booster-Kampagne in Deutschland nichts in Stocken geraten zu lassen. „Ich versuche, Impfstoff aus Osteuropa zurückzukaufen“, erklärte der 58-Jährige im „Jahresrückblick“ des ZDF am Mittwochabend (15. Dezember). Er unternehme „alles, was ich kann, um die Impfkampagne, die wir fahren, ununterbrochen durchziehen zu können“, sagte er. Ein klärendes Telefonat mit Stuttgart wäre sicher auch nicht die schlechteste Idee. (pm)

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