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Flüchtlinge in Hamburg-Bergedorf: Der Andrang  nach Deutschland ist weiter groß.

Zwischen 5. September und 15. Oktober

409.000 Flüchtlinge in knapp sechs Wochen

München - Der Flüchtlingsandrang nach Deutschland geht ungebremst weiter: Derzeit kommen etwa 10.000 Flüchtlinge pro Tag in der Bundesrepublik an. Seit 5. September sind es über 400.000.

Laut Informationen des "Spiegel" registrierten die Behörden allein im Zeitraum zwischen dem 5. September und dem 15. Oktober 409.000 neue Flüchtlinge. Dies geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor.

Angesichts dieser Zahlen sind die Verwaltungsgerichte wegen der hohen Zahl an Asylanträgen überfordert. "Wir bräuchten deutschlandweit rund 600 zusätzliche Richter, um die vielen Asylverfahren bewältigen zu können“, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter, Robert Seegmüller zum "Spiegel".

Derzeit liegen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind mehr als 300.000 offene Asylanträge. 2014 klagten zudem Asylbewerber gegen rund 40 Prozent der Entscheidungen der Behörde.

Über 600.000 Bootsflüchtlinge in 2015

Neue Zahlen gibt es zudem zu den Bootsflüchtlingen, die allein über das Mittelmeer nach Europa gekommen sind: Bis zum 15. Oktober sind 613.179 Menschen auf dem Seeweg nach Griechenland, Italien, Spanien und Malta geflohen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit. Nie zuvor seien so viele Asylsuchende innerhalb eines Jahres auf der Mittelmeerroute nach Europa gelangt.

3117 Menschen kamen laut IOM im selben Zeitraum bei Bootsunglücken ums Leben, beinahe ebenso viele wie im gesamten Vorjahr. Rund 473 000 Flüchtlinge - und damit die weitaus meisten - gingen auf griechischen Inseln an Land. Rund 137 000 erreichten Italien, etwa 3000 Spanien und 105 Malta.

Die meisten der in Griechenland angekommenen Flüchtlinge stammten aus den Konfliktländern Syrien, Afghanistan und Irak. Griechenland muss dabei einen enormen Anstieg der Flüchtlingszahlen verkraften: Im vergangenen Jahr waren dort laut IOM von Januar bis September insgesamt 31.000 Flüchtlinge registriert worden.

dpa

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