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Kanzlerkandidatur

59 Prozent der CSU-Anhänger für Merkel, 39 Prozent dagegen

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München - Die Wähler der Christsozialen zeigen sich in zentralen Fragen gespalten. Die SPD dagegen ist auch in Bayern im Aufwind.

Die CSU ist zu Beginn des Wahljahres 2017 eine zerrissene Partei. Am Mittwoch redete sich die Landtagsfraktion in ihrer Sitzung die Köpfe heiß, am Donnerstag folgte der Beleg der Demoskopen schwarz auf weiß: 39 Prozent der CSU-Anhänger lehnen Angela Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin der Union ab. Selbst unter allen Wählern ergibt sich ein sehr uneinheitliches Bild: 50 Prozent finden die Entscheidung gut, auf Merkel zu setzen. 48 Prozent sind dagegen. Wahlkampf-Euphorie sieht anders aus.

Fast täglich kommen derzeit Umfragen auf den Markt, die den steilen Aufstieg der SPD unter Martin Schulz dokumentieren. Politprofis sind von der rasanten Entwicklung überrascht, aber einhellig der Meinung, dass früher oder später auch wieder eine Gegentendenz eintreten dürfte. Auch in Bayern spiegelt sich in einer GMS-Umfrage für Sat1 dieser bundesweite Trend wider. Die SPD steigt bei der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl auf 20 Prozent. Grüne und AfD kommen auf je zehn, die FDP auf sechs Prozent. Die CSU liegt bei 44 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte die CSU 49,3 Prozent. Doch das ist, wie gesagt, nur eine Momentaufnahme.

Mehr Sorgen bereiten muss den Christsozialen die innere Zerrissenheit in der Partei. Auf viele wichtige Fragen zeichnen sich keine klaren Antworten ab. Vergleichsweise deutlich ist noch das Ergebnis unter CSU-Anhängern, ob die Partei in die Opposition gehen solle, falls man die Obergrenze für Flüchtlinge nach der Wahl nicht durchsetzen könne: 56 Prozent sagen Ja, 40 Prozent Nein.

Bei anderen Fragen, die die Partei aktuell quälen, gibt es dagegen überhaupt keine Tendenz. Beispielsweise fragten die Demoskopen, ob Horst Seehofer angesichts der Meinungsunterschiede zwischen CDU und CSU sowohl als Parteivorsitzender wie auch als Ministerpräsident weitermachen solle. Unter allen Befragten sagen 38 Prozent Ja, 36 Prozent meinen, er solle ein Amt abgeben. 21 Prozent finden, Seehofer solle ganz aufhören. Bemerkenswert: Auch unter CSU-Anhängern meint fast jeder Fünfte (17 Prozent), der Parteichef solle ganz abtreten. 43 Prozent wollen ihn in beiden Ämtern, 36 nur noch in einem.

Mehrfach hat Seehofer in Aussicht gestellt, er werde das Amt des Parteichefs an denjenigen abtreten, der die Partei im Herbst in die Bundestagswahl führt. Markus Söder hat abgewunken, wäre aber der Favorit der CSU-Anhänger – wenn auch nur mit überraschend kleinem Vorsprung vor dem wahrscheinlichsten Kandidaten Joachim Herrmann. 38 Prozent der CSU-Anhänger favorisieren Söder, 33 % Herrmann. Aber auch hier: 25 % wollen lieber eine andere Lösung.

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