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Die Weiße Rose kämpfte gegen Grausamkeit

Gegen die Nazi-Tyrannei

75. Todestag der Geschwister Scholl:  Vernehmungsprotokoll beweist den Mut

Hans und Sophie Scholl wurden nach einer Flugblattaktion gegen das NS-Regimes am 18. Februar 1943 verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 22. Februar 1943 wurden sie in München-Stadelheim hingerichtet. 

München - Klein und versteckt ist sie, die „DenkStätte Weiße Rose“ im Untergeschoss der Ludwig-Maximilians Universität in München. Sie befindet sich genau unter jener Galerie im zweiten Stock, von dem die Geschwister Scholl ihr sechstes Flugball warfen. 75 Jahre ist es nun her, dass sie verhaftet wurden. 75 Jahre ist es her dass sie durch das NS-Regime in Stadelheim hingerichtet wurden. Als Hausmeister Jakob Schmid beobachtete, wie die Geschwister die Flugblätter von der Balustrade des Lichthofes im Foyer der Universität fallen ließen, lieferte er sie der Gestapo aus. Hans und Sophie Scholl waren 24 und 21 Jahre alt. Am 18. Februar 1943 war ihr Schicksal besiegelt. Es war zugleich der Anfang vom Ende der „Weißen Rose“. Die Geschwister Scholl sind heute die bekanntesten Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Doch ihre Freunde spielten eine ebenso wichtige Rolle. Sie waren ein enger Kreis von Freunden. Sie gingen dasselbe Risiko ein - und auch sie wurden für ihre Überzeugungen von den Nazis ermordet. Die „DenkstStätte“ ist den sieben hingerichteten Mitgliedern der studentischen Widerstandsgruppe gewidmet: Willi Graf, Professor Kurt Huber, Hans Leipelt, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Hans und Sophie Scholl. 

Schmorell und Scholl entwarfen die ersten Flugblätter

Vom 27. Juni bis 12 Juli 1942 entwerfen die Freunde Hans Scholl und Alexander Schmorell die ersten vier Flugblätter der „Weißen Rose“ und wenn man die DenkStätte betritt, hat man eine ungefähres Gefühl, wie die Mitglieder der Weißen Rose, im verborgenen, ihre Flugblätter entwarfen. Inwieweit Sophie im Sommer 1942 bereits an den Flugblatt-Aktionen ihres Bruders und seines Freundes Alexander Schmorell beteiligt ist, ist heute ungewiss. Im Jahre 1943 arbeitete sie jedoch an dem fünften und sechsten Flugblatt mit. „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt. Entscheidet Euch, eh es zu spät ist!“ Diese Botschaft verbreitete die Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ in ihrem fünften Flugblatt. An der Ludwig-Mamximilians Universität in Münchens studierte Hans Scholl Medizin und Sophie Scholl Biologie und Philosophie.

Die Geschwister stammen aus einem liberalen Elternhaus 

Die Geschwister stammen aus einem liberalen Elternhaus. Die Mutter Magdalena ist religiös geprägt, Vater Robert ist Pazifist. Die beiden leben ihren Kindern vor, für ihre Überzeugungen einzustehen. Der Vater Robert Scholl hatte sich bereits 1914 gegen den Krieg gestellt, als er den Waffendienst verweigerte. Als die Eltern ihre Kinder am 22. Februar 1943 zwischen 16 und 17 Uhr in Stadelheim besuchen, weiß keiner der Beteiligten, dass es ihre letzte Zusammenkunft, ja die letzte Lebensstunde von Hans und Sophie sein würde. Der Vater schließt seinen Sohn Hans in die Arme und verspricht: "Ihr werdet in die Geschichte eingehen." Auch Christoph Pobst, ein enger Freund und Mitglied der Weißen Rose, soll an diesem Tag hingerichtet werden. Für eine letzte Zigarette führen die Gefängniswärter, die beeindruckt sind von der Tapferkeit der jungen Leute sind, diese noch einmal zusammen. Dann ist es soweit. Um 17 Uhr soll das Todesurteil mit dem Fallbeil vollzogen werden. "In wenigen Minuten sehen wir uns in der Ewigkeit wieder", sagt Probst. Sophie geht als Erste, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann Hans, der auf dem Richtblock noch "Es lebe die Freiheit!" ruft und schließlich Christoph Probst. 

„Was ich damit auf mich nahm, wusste ich.“

Wie mutig die Geschwister waren, kann man dem Vernehmungsprotokoll entnehmen. Das Angebot des Gestapo-Beamten an Sophie Scholl, die Schuld auf ihren Bruder zu schieben, schlug sie aus: „Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte. Ich bereue deshalb meine Handlungsweise nicht und will die Folgen (...) auf mich nehmen.“ Hans Scholl sagte aus: "Was ich damit auf mich nahm, wusste ich und habe auch damit gerechnet, dadurch mein Leben zu verlieren." Die beiden haben bis zum Ende versucht alle Schuld aus sich zu nehmen um ihre Freunden zu retten. Am 22. Februar 1943 werden die Geschwister Scholl und Christoph Probst vom Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tode durch die Guillotine verurteilt. Das Urteil wird noch am gleichen Tag vollstreckt. Im Dezember 1943 werfen Britische Bomber das sechste Flugblatt der „Weißen Rose“ über Deutschland ab.

Gedenken in München

Am 22. Februar, also am 75. Todestag der Geschwister Scholl, wird das jährliche Orgelspiel zum Gedenken Willi Graf, Professor Kurt Huber, Hans Leipelt, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Hans und Sophie Scholl im Lichthof der LMU stattfinden. Weitere Veranstaltungen sind in München geplant. 

Hildegard Kronawitter, frühere Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der „Weiße Rose Stiftung“, sagt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen, dass man die Botschaft der Weißen Rose dafür nutzen solle, „sich für Toleranz und Weltoffenheit einzusetzen“. Wenn das nicht geschehe, übernähmen andere die Deutungshoheit. Was das bedeutet, illustriert ein Beispiel vom vergangenen Jahr, als ein AfD-Kreisverband den Slogan „Sophie Scholl würde AfD wählen!“ veröffentlichte.

sms

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