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Bundespräsident Joachim Gauck gedenkt der Opfer der Pogromnacht 1938 an der ehemaligen Synagoge in Cottbus.

Merkel erhält Auszeichnung

Gauck gedenkt in Cottbus der Opfer der Reichspogromnacht

Cottbus - Zum 78. Jahrestag der Pogromnacht legte Bundespräsident Joachim Gauck am Mittwoch am Mahnmal der ehemaligen Synagoge von Cottbus einen Kranz nieder.

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Mittwoch an die Opfer der NS-Pogromnacht von 1938 erinnert. Gauck besuchte dafür das brandenburgische Cottbus, wo 2015 aus einer ehemaligen Kirche eine Synagoge entstanden war, die erste in Brandenburg seit dem Holocaust. Gauck würdigte das Engagement von Freiwilligen und Sponsoren, die das möglich gemacht hatten. „Ich bin heute nach Cottbus gekommen, um ein gutes Deutschland kennenzulernen“, sagte der Präsident. Die neue Synagoge sei ein Symbol, wie Deutschland auch sei. Am Ort der 1938 zerstörten einstigen Synagoge wurde zugleich ein Kranz niedergelegt.

Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten Hunderte Synagogen in ganz Deutschland in Brand gesteckt und Tausende jüdische Geschäfte zerstört. Viele Juden wurden verschleppt und ermordet. Die Nacht gilt als Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

Die frühere evangelische Schlosskirche in Cottbus liegt mitten in der Fußgängerzone, hatte aber schon lange keine Gemeinde mehr. Die jüdische Gemeinde in Cottbus nutzte vor der Einrichtung der Synagoge einzelne Räume in der Nähe, die aber nicht barrierefrei waren. Heute ist die Synagoge ein Touristenmagnet.

Merkel erhält Ohel-Jacob-Medaille in München

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt am Jahrestag der Pogromnacht in München eine Auszeichnung der dortigen Israelitischen Kultusgemeinde für ihre Verdienste um das Judentum in Deutschland entgegen (19 Uhr). Die Verleihung der Ohel-Jacob-Medaille in Gold findet in der vor zehn Jahren eröffneten neuen Münchener Hauptsynagoge statt.

dpa/AFP

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