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Papst Franziskus wird auf seiner sechsten Lateinamerikareise Chile und Peru besuchen. Foto: Andrew Medichini

Sechste Lateinamerikareise

800.000 Argentinier zu Papst-Besuch in Chile erwartet

Zum sechsten Mal reist Papst Franziskus nach Lateinamerika, zum sechsten Mal nicht in sein Heimatland nach Argentinien. Daher wird sich eine "Blechlawine" über die Anden nach Chile in Bewegung setzen.

Buenos Aires (dpa) - Die argentinischen Grenzbehörden rechnen mit bis zu 800 000 Gläubigen, die zum Besuch von Papst Franziskus Mitte Januar über die Anden in das Nachbarland Chile pilgern werden. Das teilte die Provinzregierung von Mendoza mit.

Es würden zur Bewältigung des Ansturms von Autos und Bussen entlang der Strecke sieben Gesundheitsposten errichtet, 300 Polizisten seien im Einsatz.

Auch auf seiner sechsten Lateinamerikareise besucht der Papst nicht sein Heimatland Argentinien. Vom 15. bis 18. Januar ist er im benachbarten Chile und feiert mehrere Messen, danach bis zum 21. Januar in Peru. Es wird erwartet, dass ein Thema auch die schwierige Lage der indigenen Minderheiten sein wird. In Chile kämpfen die Mapuche gegen Landvertreibungen, in Peru fühlen sich Ureinwohner im Amazonasgebiet durch die dramatische Zunahme illegaler Goldminen und damit verbundene Verseuchung von Flüssen in der Existenz bedroht.

Vor 60 Jahren war der heute 81 Jahre alte Jorge Bergoglio dem Jesuitenorden beigetreten und hatte zeitweise auch in Chile studiert. Als Papst war der frühere Erzbischof von Buenos Aires seit 2013 in Lateinamerika bisher in Brasilien, Ecuador, Bolivien, Paraguay, Kuba, Mexiko und Kolumbien - nun folgen in Kürze Peru und Chile.

Dass Franziskus einen Bogen um seine Heimat macht, dafür gibt es mehrere Mutmaßungen in Argentinien. Zum einen wolle er nicht zum Spielball der argentinischen Innenpolitik werden und von Präsident Mauricio Macri oder seiner linken Widersacherin, Ex-Präsidentin und Vorgängerin Cristina Kirchner, vereinnahmt werden. Diese war ihm als Präsidentin im Jahr 2015 sogar bis nach Kuba hinterhergereist.

Zudem soll Franziskus Macri nicht verziehen haben, dass dieser als damaliger Bürgermeister von Buenos Aires keine Berufung gegen ein Urteil eingelegt hatte, mit dem die Homo-Ehe in Buenos Aires genehmigt wurde - das Erzbistum kritisierte das öffentlich. Zudem soll er einen unzureichenden Einsatz Macris für Arme kritisieren.

Mitteilung Provinzregierung Mendoza

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