+
Khalid Sheikh Mohammed gilt als einer der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001.

„Ihr habt den Krieg begonnen“

9/11-Drahtzieher gibt USA Schuld an Anschlägen

Washington - Der selbsternannte Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Khalid Sheikh Mohammed, hat die Attacke in einem langen Brief an Ex-Präsident Barack Obama als Schuld der USA bezeichnet.

Der 18-seitige Brief sei an den "Kopf der Schlange, Barack Obama", den Anführer "des Landes der Unterdrückung und der Tyrannei" adressiert, sagte Strafverteidiger David Nevin der Nachrichtenagentur AFP. Der Brief wurde bislang nicht vom US-Militär veröffentlicht.

Mohammed habe bereits im Jahr 2014 begonnen, den Brief zu schreiben, sagte Nevin. Das Schreiben ist auf den 8. Januar 2015 datiert, erreichte das Weiße Haus Medienberichten zufolge aber erst zwei Jahre später in den letzten Tagen von Obamas Präsidentschaft. Ein Militärrichter forderte das Gefangenenlager Guantanamo, wo Mohammed festgehalten wird, demnach dazu auf, den Brief auszuhändigen.

Terror-Drahtzieher hofft auf Todesstrafe

"Es waren nicht wir, die am 11. September den Krieg gegen Euch begonnen haben, Ihr wart es und Eure Diktatoren in unserem Land", schreibt Mohammed. Gott sei an diesem Tag auf der Seite der Flugzeugentführer gewesen. "Allah hat uns geholfen, 9/11 zu begehen, die kapitalistische Wirtschaft und all die Scheinheiligkeit Eures Bekenntnisses zu Demokratie und Freiheit zu zerstören."

Mohammed listet in dem Brief "die brutalen und grausamen Massaker" der USA auf, von Vietnam bis hin zu den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Außerdem richtet er seine Wut auf das Schicksal der Palästinenser und die Unterstützung der USA für Israel.

Mohammed, dem die Todesstrafe droht, betont zudem, dass er keine Angst vor dem Sterben habe. Wenn er zu lebenslanger Haft verurteilt werde, sei er froh, "den Rest meines Lebens allein in meiner Zelle Allah dienen zu können". Sollte er zum Tode verurteilt werden, "wäre ich noch froher, Allah treffen zu können" und "Osama bin Laden". Der Chef der Terrormiliz Al-Kaida war 2011 von einer US-Spezialeinheit getötet worden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Parlament in Den Haag erkennt Völkermord an Armeniern an
Ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Türkei: Der Massenmord an Armeniern 1915. Es war Völkermord, sagt das niederländische Parlament. Ankara reagierte prompt.
Parlament in Den Haag erkennt Völkermord an Armeniern an
Merkel spricht von „Massaker“ in Ost-Ghuta
Täglich bombardieren Syriens Regierungstruppen das Rebellengebiet Ost-Ghuta. 400.000 Menschen sind dort eingeschlossen, die humanitäre Lage ist dramatisch. Doch im …
Merkel spricht von „Massaker“ in Ost-Ghuta
Bundestag lehnt AfD-Antrag um umstrittene Yücel-Texte ab
Auch nach seiner Freilassung sorgt Deniz Yücel weiter für Diskussionen in der deutschen Politik-Landschaft. Eine Forderung der AfD, den „Welt“-Journalisten für einzelne …
Bundestag lehnt AfD-Antrag um umstrittene Yücel-Texte ab
Union und SPD dämpfen Erwartung eines kostenlosen Nahverkehrs
Mit ihrem Brief nach Brüssel hat die Bundesregierung eine Debatte über kostenlosen Nahverkehr losgetreten, der laut der meisten Parteien unrealsistisch sei. Die Linken …
Union und SPD dämpfen Erwartung eines kostenlosen Nahverkehrs

Kommentare