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Das 9-Euro-Ticket ist zumindest ein Teil-Erfolg – zeigt aber die Achillesferse der Bahn

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Von: Dirk Walter

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Bildmontage für Merkur-Kommentar: links ein Neun-Euro-Ticket, rechts Dirk Walter.
Der Effekt des 9-Euro-Tickets darf im September 2022 nicht verpuffen, kommentiert Dirk Walter. © Arne Dedert/dpa/Klaus Haag

Das 9-Euro-Ticket scheint mittlerweile mehr im Lob als in der Kritik zu stehen. Allerdings ist es ein Erfolg mit gerissenen Einschränkungen. Ein Kommentar von Dirk Walter.

München - Kübel der Häme sogar von Bahnfans ergossen sich anfangs über das 9-Euro-Ticket. Doch das Heer der Fundamentalkritiker ist kleiner geworden. Der große Zuspruch zum 9-Euro-Ticket gibt den Befürwortern recht. Allerdings ist es ein Erfolg mit gewissen Einschränkungen. Das Billigticket hat vor allem beim touristischen Verkehr einen Boom ausgelöst.

Wichtig für die Verkehrswende wäre es aber, dass auch Pendler ihr Auto stehen lassen und dauerhaft in die Bahn umsteigen. Wegen des 9-Euro-Tickets mag der ein oder andere mal S-Bahn gefahren sein, doch um das zu verstetigen, sind nach dem Ende der Billigfahrkarte ab September intelligente Anschluss-Angebote notwendig. Ansonsten verpufft der Effekt des Tickets.

9-Euro-Ticket: Beschämendes Streckenangebot in Bayern

Die teils übervollen Züge in die Ausflugsregionen zeigen aber einmal mehr, dass die Infrastruktur die Achillesferse der Bahn ist. Man darf nicht das eine tun, um das andere zu lassen. Also: Nur mit einem Mehr an Gleisen kann der Zuwachs bewältigt werden. Gerade im ländlichen Bayern würde man vielleicht gerne mehr Bahnfahren, wenn man denn nur könnte.

Das Streckenangebot ist für ein modernes Hightech-Land beschämend, wie etwa der desolate Zustand der Bahn im Werdenfelser Land einmal mehr zeigt. Jüngste Initiativen aus dem bayerischen Verkehrsministerium zeigen, dass hier Erkenntnis wächst. Immerhin. Es gibt noch viel zu tun.

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