Joachim Hanisch, Abgeordneter der Freien Wähler

Ungebetene Werbung

Penis statt Freie Wähler: Abgeordneten-Seite gekapert

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München - Der brave Landtagsabgeordnete Joachim Hanisch hat ein delikates Problem: Seine Homepage wurde von Fremden belegt. Sie wirbt nun statt für den Freien Wähler für längere Penisse.

Auf seiner Homepage würde der Freie Wähler Joachim Hanisch gern erklären, dass er 66 Jahre alt ist, seit 2008 im Landtag sitzt und bis 2013 den wichtigen Innenausschuss leitete. Statt dessen prangt auf seiner Seite eine riesige Werbung für Penisverlängerungen; so bebildert, dass keine Fragen offen bleiben. Für einen seriösen Abgeordneten ist das nicht so repräsentativ. Er ist allerdings zumindest weitgehend unschuldig.

Als Hanisch nach der Wahl 2013 zunächst nur Nachrücker war, hatte er die Seite abgemeldet – das war ein Fehler. Ein Unbekannter griff zu, sicherte sich joachim-hanisch.de und setzte die bizarre Werbung darauf. Als Hanisch im Mai ins Parlament nachrückte, konnte er die Seite nicht mehr nutzen. Gegen die Mühlen der Bürokratie versucht der Abgeordnete, der unter Kollegen einen tadellosen Ruf genießt, seit Monaten, die Seite zurückzubekommen. Das ist schwierig: Der neue Besitzer hat eine Adresse in Berlin angegeben, ist dort aber nicht gemeldet. „Eine Frechheit“, sagt der Abgeordnete. Er hat die Stadt Berlin angeschrieben, um eine Bestätigung zu erhalten, dass der aktuelle Homepage-Betreiber dort nicht existiert. Auf den Behörden-Brief, der ihm die Rückgabe der Seite sichern könnte, wartet Hanisch seit Wochen. „Ich bin am Kämpfen“, sagt Hanisch, dem die Geschichte spürbar peinlich ist.

Wer dahinter steckt – er hat keine Ahnung. Häufiger mal werden Politiker-Seiten von der Konkurrenz geklaut, die sich dann einen Spaß daraus macht, für die gegenläufigen politischen Ziele zu werben. Geschmacklose Angebote waren bisher aber nie darunter. Das einzige, was sich für Hanisch nun zuverlässig verlängert, sind der Ärger und die Kosten für ihn.

cd

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