Pro Asyl kritisiert Vorgehen 

Offenbar geplanter Abschiebeflug Dienstagabend: Menschenrechtsorganisationen fordern Stopp 

Menschenrechtsorganisationen kritisieren Abschiebungen nach Afghanistan. Scheinbar ist für Dienstagabend eine Sammelabschiebung von Leipzig-Halle aus geplant. 

Leipzig - Menschenrechtsorganisationen haben vor einem offenbar für Dienstag geplanten weiteren Abschiebeflug nach Afghanistan erneut einen Stopp von Sammelabschiebungen in das Land gefordert. Obwohl sich die Situation in Afghanistan laufend verschlechtere, schicke die Bundesregierung "zum 18. Mal Menschen zurück in Lebensgefahr", kritisierte Pro Asyl am Dienstag.

Trotz anhaltender Gefechte zwischen den radikalislamischen Taliban und den afghanischen Sicherheitskräften in mehreren Provinzen und fast täglicher Attentate in Kabul "schiebt Deutschland weiter in die Hauptstadt Afghanistans ab". Während zahlreiche Berichte die zunehmende Unsicherheit im ganzen Land deutlich machten, sähen deutsche Politiker und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge immer noch interne Fluchtalternativen, kritisierte Pro Asyl.

Amnesty International warnt: Afghanistan kein „sicheres Land“

Zuvor hatte auch Amnesty International gewarnt, dass Afghanistan "kein sicheres Land ist, in das Menschen abgeschoben werden dürfen". "Jede Abschiebung nach Afghanistan stellt eine Verletzung des Völkerrechts und der Europäischen Menschenrechtskonvention dar", kritisierte die Menschenrechtsorganisation.

Nach Informationen des sächsischen Flüchtlingsrats ist für Dienstagabend eine Sammelabschiebung vom Flughafen Leipzig-Halle geplant. Der Flüchtlingsrat kündigte Protestaktionen in der Leipziger Innenstadt sowie am Flughafen an. Nach Angaben von Pro Asyl soll es am Dienstag auch in anderen Städten Demonstrationen gegen Abschiebungen geben.

Lesen Sie auch:  Im Streit um getöteten Journalisten Khashoggi: Hinweise auf Verwicklung des saudischen Kronprinzen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa / Silas Stein (Symbolbild)

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