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Vor möglicher Sammelabschiebung

Hilfsorganisationen verlangen Abschiebestopp für Afghanen

Frankfurt am Main - Zum zweiten Mal sollen jetzt mehrere Afghanen nach Kabul abgeschoben werden. Weil die Sicherheitslage in Afghanistan schlecht ist, gibt es daran heftige Kritik.

Pro Asyl und der Paritätische Wohlfahrtsverband haben einen Abschiebestopp für afghanische Flüchtlinge gefordert. Eine unmittelbar bevorstehende Abschiebeaktion sei inhuman und „zynisch“, erklärten die beiden Hilfsorganisationen am Montag. Die Sicherheitslage in Afghanistan habe sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert.

Nach offiziellen Informationen aus Kabul wird eine Maschine mit abgelehnten Asylbewerbern aus Deutschland bereits am Dienstagmorgen in der afghanischen Hauptstadt erwartet. Im Flugzeug sollten sich 45 Passagiere befinden, hieß es am Montag.

Abschiebung beginnt bereits am Montagabend

Pro Asyl berichtete ergänzend, dass die Abschiebeaktion wahrscheinlich am Montagabend um 20.30 Uhr über den Frankfurter Flughafen laufe. In Bayern seien bereits fünf Afghanen für den Rücktransport abgeholt worden. Die Abschiebung in ein Kriegs- und Krisengebiet mit Billigung von Landespolitikern aus CDU, SPD und Grünen sei ein „Tabubruch“.

Die erste Sammelabschiebung von 34 Afghanen aus Deutschland war Mitte Dezember erfolgt. Im Herbst hatte Deutschland mit Afghanistan ein neues Rücknahmeabkommen getroffen. Die Abschiebungen gelten als umstritten, weil es in weiten Teilen Afghanistans Kämpfe zwischen Regierungstruppen und radikalislamischen Taliban gibt und es immer wieder zu Anschlägen kommt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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