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Boris Nemzows Mutter am Sarg. Foto: Sergei Ilnitsky

Tausende nehmen Abschied von Kremlkritiker Nemzow

Moskau (dpa) - Unter einem extremen Polizeiaufgebot haben Tausende Menschen in Moskau Abschied vom ermordeten Kremlkritiker Boris Nemzow genommen. Mit roten Rosen in den Händen kamen am Vormittag Freunde und Weggefährten zum offenen Sarg des 55-jährigen Oppositionellen.

Ein Blumenmeer umgab den Sarg, der in den Räumen des Sacharow-Zentrums aufgebahrt war, bereits kurz nach der Öffnung des Gebäudes. Vor dem Menschenrechtszentrum warteten die Trauernden stundenlang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Schneefall. Die Menschenschlange zog sich Hunderte Meter die Straße entlang. Viele Trauernde waren in Tränen aufgelöst. Mehreren Politikern aus EU-Staaten, die von Nemzow Abschied nehmen wollten, wurde die Einreise nach Russland verweigert.

Von der russischen Regierung erwies unter anderem Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch dem früheren stellvertretenden Ministerpräsidenten Nemzow an dessen Sarg die Ehre. Die Polizei sperrte die Umgebung weiträumig ab. Die russischen Medien begleiteten das Ereignis mit einem Großaufgebot.

Am Nachmittag soll Nemzow auf dem Prominentenfriedhof Trojekurowo beigesetzt werden. Er war am Freitagabend in Kremlnähe auf offener Straße erschossen worden. Der Täter entkam unerkannt. Nemzows Begleiterin blieb unverletzt. Die 23-Jährige verließ Moskau am Montagabend nach tagelangen Verhören der russischen Ermittler in ihre ukrainische Heimat.

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