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CSU-General Alexander Dobrindt vor der Parteitagshalle.

"Menschlich nicht geeignet"

Abteilung Attacke: Dobrindt beschimpft Ude

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München – Der Wahlkampf läuft offiziell beiderseits erst seit Samstagmittag, aber gleich gibt es den ersten Eklat. Ein Zitat von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt über den SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude erzürnt die Genossen.

Ude sei „menschlich nicht geeignet“ für ein höheres Amt, er habe „keinen Charakter“, hatte Dobrindt auf dem CSU-Parteitag am Wochenende in die Menge gerufen.

Dobrindt bezieht sich auf Udes spöttische Äußerungen über Flut-Ortstermine der Staatsregierung. „Ich mache keinen Wahlkampf mit dem Leid bedrängter Menschen und keinen störenden Hochwassertourismus“, hatte der Münchner im Juni auf Facebook verbreitet, während die Regierungschefs Horst Seehofer und Angela Merkel das überschwemmte Passau besuchten. Udes Satz war damals auch von vielen Medien als unglücklich empfunden worden. Der Vorwurf, ein Politiker sei menschlich ungeeignet, ist aber auch im Wahlkampf großes Kaliber. In der Münchner CSU zieht man vor, sich nicht dazu zu äußern.

Ude selbst reagierte auf seinem Parteitag in München nur indirekt. CSU-Amtsträger seien generell „nicht mit einer Überdosis an Charakter“ gesegnet, merkte er an. Die CSU rückte er in einer anderen Passage seiner Rede in die Nähe des „Gesinnungsfreunds Jörg Haider“, des Kärntner Rechtspopulisten.

Udes Parteichef formuliert es noch deutlicher. „Das zeigt nur einmal mehr, dass die CSU einen fairen demokratischen Wettstreit längst verlernt hat“, sagte der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel unserer Zeitung. „Von der Beleidigung politisch Andersdenkender bis zur Vetternwirtschaft: bei der CSU ist alles möglich.“ CSU-Politiker zeigten leider immer wieder, „dass sie in der Lage sind, jede untere Grenze des guten Geschmacks zu unterbieten. Bei denen gibt es nur eine Heilung: ein paar Jahre in der Opposition“. Ude sei ein „ausgewiesener Demokrat, ein schlicht und ergreifend anständiger Mensch“, sagte Gabriel.

Dass Dobrindt für die Abteilung Attacke zuständig ist, ist in der CSU-Spitze so abgesprochen. Er hat weitgehend Prokura. Parteichef Horst Seehofer pflegt den Namen seines Gegenkandidaten fast nie öffentlich in den Mund zu nehmen. Auch in der Bundespolitik („Steinbrück ist kein Patriot, er verrät deutsche Interessen“) darf der General losschießen. Allerdings ist die SPD mit ihren Sätzen über die CSU ebenfalls nicht schüchtern. Die Partei handele, so sagte Generalsekretärin Natascha Kohnen, „skrupellos und verlogen, nur um die schnelle Wählerstimme zu bekommen“.  

cd

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