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Adolf Hitler in Namibia gewählt - Afrikaner erzählt, warum er so heißt

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Namibier warten vor einem Wahllokal bei Windhoek, um ihre Stimme abzugeben. (Archivbild)
Namibier warten vor einem Wahllokal bei Windhoek, um ihre Stimme abzugeben. (Archivbild) © picture alliance/dpa/AP/Brandon Van Wyk

In Namibia hat der Politiker Adolf Hitler einen deutlichen Wahlsieg errungen. Politisch distanziert sich der Kandidat zum Glück von seinem Namensvetter.

Ompundja - Kuriose Meldung aus Namibia: Adolf Hitler hat einen deutlichen Sieg bei den Regionalwahlen des südafrikanischen Landes geholt. Mit 84,88 Prozent der Stimmen wurde der 54-Jährige zum Landrat der Region Oshana im Norden Namibias gewählt. Am Mittwoch wurde er auf die Verfassung eingeschworen. Das meldete der afrikanische Sender Eagle FM Namibia.

Dabei handelt es sich natürlich nicht um den Diktator aus der NS-Zeit, sondern um einen Namensvetter. Mit ganzem Namen: Adolf Hitler Uunona. Uunona ist Mitglied der Swapo-Partei, in seiner Heimat ist er als Kämpfer gegen die Apartheid bekannt und setzt sich für Bürgerrechte ein. Die Swapo ist die Regierungspartei Namibias, die Ursprünge liegen in einer ehemaligen Befreiungsbewegung. Bei den Regional- und Kommunalwahlen ist sie von 83 auf knapp 57 Prozent abgestürzt, Uunona holte also gegen den Trend einen deutlichen Wahlsieg.

Adolf Hitler in Namibia gewählt: Vater des Politikers benannte ihn nach dem Diktator

Uunonas Vater habe ihn nach dem Diktator benannt. „Er hat wahrscheinlich gar nicht verstanden, wofür Adolf Hitler stand“, sagte Uunona der Bild. Für ihn als Kind sei das ein normaler Name gewesen, erst später habe er begriffen: „Dieser Mann wollte die ganze Welt unterwerfen“, sagte der namibische Politiker. „Ich habe mit all diesen Dingen nichts zu tun.“ Seine Frau nenne ihn Adolf, er selbst trete meist als Adolf Uunona auf und lasse „Hitler“ weg. Um den Namen zu ändern, sei es jetzt zu spät, sagt Uunona. „Er steht in allen offiziellen Dokumenten.“

Adolf ist in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika als Vorname nicht unüblich. In Namibia gibt es auch heute noch eine deutschsprachige Zeitung, deutschsprachige Radiosender, Straßennamen und Ortsnamen sowie eine kleine deutschsprachige Minderheit. Die Regierungspartei Swapo hat ihr Hauptquartier in der Hans-Dietrich-Genscher-Straße. Weltweit griffen Medien die kuriose Geschichte auf. Türkische, englische und französische Portale amüsierten sich über den Namen des Lokalpolitikers. „Dass ich diesen Namen habe, heißt nicht, dass ich Oshana jetzt unterwerfen will“, versicherte er. „Es heißt nicht, dass ich nach der Weltherrschaft strebe.“

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