Zelte für Migranten und Flüchtlinge stehen im Zeltlager Kara Tepe wenige Kilometer nördlich der Ortschaft Mytilini.
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Ägäis-Inseln: Situation in Auffanglagern entspannt

Migration in Athen

Ägäis-Inseln: Situation in Auffanglagern entspannt

Die Lage in den Auffanglagern auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis entspannt sich immer mehr.

Athen – Auf Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos registrierte das Athener Migrationsministerium Ende August noch knapp 5400 Migranten. Vor zwei Monaten lebten dort 7700 Migranten. Im April 2020 lag die Zahl noch bei gut 40 000. Die Migranten lebten dort unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. Das Lager am Rande der Hauptstadt von Samos mit einer Aufnahmekapazität für 650 Menschen beherbergt nun noch 612 Migranten. Noch vor wenigen Monaten harrten dort sechs Mal mehr Menschen aus. Auch in den Lagern auf Kos, Leros und Chios leben rund 500 Menschen. Die meisten Migranten leben noch auf der Insel Lesbos. Im Lager bei Kara Tepe (auch Mavrovouni) mit einer Aufnahmekapazität für 8000 Menschen harren noch knapp 3400 Menschen aus. Knapp 1000 Migranten leben in kleineren Unterkünften von Hilfsorganisationen oder Wohnungen auf diesen Inseln. 

Keine chaotische Situation wie im Jahr 2015 

Athen brachte in den vergangenen Monaten Tausende Migranten zum Festland. Zudem werden die Seegrenzen mit der Türkei scharf überwacht. Hilfsorganisationen kritisieren, dass es seitens der Griechen illegale Zurückweisungen in die Türkei gebe - sogenannte Pushbacks. Die griechische Regierung hingegen argumentiert damit, die eigenen Landesgrenzen, die auch EU-Grenzen sind, zu schützen. Eine chaotische Situation wie 2015 werde es nicht mehr geben, betont immer wieder der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis. Damals waren mehr als 850 000 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen. Die meisten zogen dann über die Balkanroute nach Mitteleuropa und hauptsächlich nach Deutschland weiter. (dpa)

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