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Die vor einer Woche auf der Sinai-Halbinsel entführten Polisten sind wieder frei.

Ägypten: Entführte Polizisten wieder frei

Kairo - Gut eine Woche lang hielt die Entführung von sieben Sicherheitskräften durch mutmaßliche Extremisten Ägypten in Atem. Nun sind die Männer frei.

Gut eine Woche nach ihrer Entführung auf der Sinai-Halbinsel sind sieben ägyptische Sicherheitskräfte wieder frei. Die sechs Polizisten und ein Grenzbeamter seien am frühen Mittwochmorgen von ihren Kidnappern mitten in der Wüste ausgesetzt worden, sagte Militärsprecher Ahmed Mohammed Ali. Mit einem Helikopter wurden die sieben Männer demnach zu einem Luftwaffenstützpunkt in einem Kairoer Vorort ausgeflogen, wo sie Präsident Mohammed Mursi in Empfang nahm.

Die sieben Sicherheitsbeamten waren vergangene Woche während einer Urlaubsreise auf der Sinai-Halbinsel verschleppt worden. Dass sie nun freikamen, sei das Ergebnis erfolgreicher Verhandlungen, Bemühungen der Militärgeheimdienste und der Kooperation von örtlichen Stammesältesten und Anwohnern, sagte Militärsprecher Ali.

Einen Tag vor der Freilassung der Männer hatte die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen und die Militärpräsenz auf dem Sinai drastisch erhöht. Unterstützt von Helikoptern durchkämmten Einsatzkräfte am Dienstag ein Dorf in der Unruhregion. Dabei schossen die Beamten versehentlich auf einen Beerdigungszug von Beduinen. Sie hatten vermutet, in den Fahrzeugen seien Bewaffnete versteckt. Ein Mann wurde getötet.

Eine von den Kidnappern auf YouTube verbreitete Videobotschaft hatte Präsident Mursi zuvor unter Zugzwang gesetzt. In dem Clip flehen die sieben Sicherheitsbeamten Mursi an, die Bedingungen ihrer Entführer zu erfüllen und politische Gefangene vom Sinai rasch freizulassen. Aus Protest gegen die Entführung ihrer Kollegen schlossen aufgebrachte Grenzpolizisten zudem den Hauptgrenzübergang zum Gazastreifen. Mursi blieb jedoch hart. Es gebe „keinen Raum für einen Dialog mit Kriminellen“, teilte er mit. Nach Angaben mehrerer Regierungsvertreter standen jedoch Unterhändler mit den Entführern in Kontakt.

Ob die Regierung auf die Forderungen der Entführer jedoch letztlich einging, war zunächst unklar. Innenminister Mohammed Ibrahim hatte am Dienstag gesagt, die Kidnapper hätten die Freilassung von 24 verurteilten und zum Teil seit 2005 inhaftierten Kämpfern verlangt. Die Bedingungen nannte er „inakzeptabel“.

Seit dem Sturz des Regimes von Ex-Machthaber Husni Mubarak vor zwei Jahren hat die Gewalt auf dem Sinai zugenommen, auch Extremisten nutzen das Sicherheitsvakuum für ihre Zwecke. Waffenschmuggel, Attacken auf Polizisten und Entführungen ausländischer Touristen sind auf der Halbinsel keine Seltenheit.

AP

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