Tote auf beiden Seiten

Ägypten: Libysche Rebellen greifen Militärstützpunkt an

Kairo- Mittlerweile häufen sich die Übergriffe libyscher Extremisten auf militärische Einrichtungen in Ägypten. Nun denken Politiker über einen Einmarsch in Libyen nach.

Bei einem Zusammenstoß mit libyschen Rebellen in der ägyptischen Hafenstadt Marsa Matruh sind am Dienstagabend fünf Polizisten und vier Angreifer getötet worden. Die Extremisten hätten versucht, einen Militärstützpunkt anzugreifen, berichtete die ägyptische Staatszeitung „Al-Akhbar“ am Mittwoch.

Die Extremisten seien auf dem Weg Richtung Alexandria gewesen, als eine Polizeieinheit im Hafenort Marsa Matruh die Verfolgung aufgenommen habe, berichtet zudem die Nachrichtenseite Al-Arabija. Bei dem anschließenden Gefecht habe ein Polizeiauto Feuer gefangen, in dem sich die fünf Polizisten befanden. Unklar ist laut Al-Arabija, ob die Polizisten durch Schüsse getötet wurden oder im Feuer umkamen.

Immer häufiger greifen Islamisten aus Libyen Militäreinrichtungen entlang der ägyptischen Grenze an. Allein im letzten Monat kamen 22 ägyptische Soldaten bei Attacken ums Leben. Ein Großteil der rund 1100 Kilometer langen Grenze zwischen Libyen und Ägypten verläuft durch unbewachtes Wüstengebiet; Extremisten nutzen das, um Waffen zu schmuggeln. Die Angriffe gehen mittlerweile weit über Grenzorte hinaus: Marsa Matruh liegt rund 220 Kilometer von der libyschen Grenze entfernt.

Die Angriffe sorgen in Kairo zunehmend für Besorgnis. Politiker diskutieren seit dem Wochenende über eine Militärintervention im Nachbarland. So schreibt die algerische Tageszeitung „El Watan“, Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika sei vorbereitet, gemeinsam mit Ägypten „einen Krieg gegen die Dschihadisten in der Region“ zu starten.

Auch der ehemalige ägyptische Außenminister Amre Mussa sprach sich in einer am Sonntag auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Erklärung für einen Einmarsch aus. Die extremistischen Gruppen im Nachbarland stellen eine Bedrohung für die Stabilität Ägyptens dar. Das ägyptische Volk müsse daher „sensibilisiert“ werden, dass das Land sein „Recht auf Selbstverteidigung“ ausübe.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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