+
Die ägyptischen Behörden haben das Buro des Nachrichtensenders Al Dschasira in Kairo geschlossen. Eine Live-Berichterstattung ist nun nur noch eingeschränkt möglich.

Ägyptische Behörden schließen Nachrichtensender

Kairo - Die ägyptischen Behörden haben am Sonntag das Büro des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira geschlossen. Der Sender musste daraufhin seine Live-Berichterstattung einstellen.

Lesen Sie hierzu auch

Ägyptische Armee rückt in Touristenhochburg ein

Reisebranche: Notfalls schnelle Evakuierung

Weiter Proteste und Plünderungen

Regierung tritt zurück - Tote und Verletzte

Zuvor hatten die ägyptischen Behörden die Berichterstattung von dem Brennpunkten der Proteste gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak kritisiert. Reporter des Senders lieferten zunächst nur noch Telefonberichte, die der in Katar beheimatete Sender ausstrahlte. Der Sender hatte zuletzt rund um die Uhr über die explosive Lage in Ägypten berichtet. Das ägyptische Informationsministerium entzog dem Sender am Sonntag die Akkreditierung für alle Redakteure und widerrief die Sendelizenz für das Kairoer Büro.

Außerdem wurde die Verbindung zu dem ägyptischen Übertragungssatelliten Nilesat gekappt, so dass viele Zuschauer in Ägypten das Programm zunächst nicht mehr sehen konnten. In einer Erklärung des Senders wurde die Entscheidung der ägyptischen Behörden als “Zensur der Stimme des ägyptischen Volkes“ scharf verurteilt. Die Berichterstattung über die Ereignisse in Ägypten würden dennoch fortgesetzt.

Die Behörden - aber auch ägyptische Zuschauer - werfen dem Sender vor, zu positiv über die Lage berichtet zu haben. So sei die Bedrohung durch Kriminelle zu Beginn weitgehend ausgeklammert worden. “Es ist doch klar zu erkennen, dass Al-Dschasira eine politische Agenda hat“, sagte eine ägyptische Journalistin am Sonntag.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Shutdown in den USA: „Irrsinn“ soll beendet werden
Nach dem Shutdown in den USA hat der Senat in Washington am Samstag eine Sondersitzung einberufen, um doch noch eine Lösung im Haushaltsstreit zwischen Demokraten und …
Shutdown in den USA: „Irrsinn“ soll beendet werden
Tote bei Angriff auf großes Hotel in Kabul
Der zweite schwere Angriff in Kabul gleich zu Jahresanfang trifft ein großes Hotel. Die Gefechte der Spezialkräfte mit den Angreifern dauern Stunden. Gleichzeitig …
Tote bei Angriff auf großes Hotel in Kabul
Dieser 28-jährige Student könnte Angela Merkel stürzen
Er liefert sich derzeit ein Fernduell mit Martin Schulz: Juso-Chef Kühnert organisiert den Widerstand gegen eine weitere große Koalition. Am Sonntag wird abgerechnet. …
Dieser 28-jährige Student könnte Angela Merkel stürzen
Trotz Merkel-“Nein“: Schulz erwägt nächsten Vorstoß
Seit über einer Woche herrscht schon Stillstand: Am Sonntagnachmittag wird sich die SPD für oder gegen die GroKo entscheiden - der Ausgang der Abstimmung scheint offen. …
Trotz Merkel-“Nein“: Schulz erwägt nächsten Vorstoß

Kommentare