+
Eine starke Opposition gegen Staatspräsident al-Sisi wird es wohl zunächst nicht geben. 

Historischer Tag

Ägyptens erstes Parlament seit 2012 geht an den Start

Kairo - Dreieinhalb Jahre nach der Auflösung des letzten Parlaments tritt an diesem Sonntag Ägyptens neue Volksvertretung erstmals zusammen.

Insgesamt 596 Abgeordnete, die größtenteils von Oktober bis Dezember 2015 gewählt worden waren, werden in das Plenum in Kairo einziehen. Ein Großteil der Parlamentarier gehört Bündnissen an, die die autoritäre Regierung des Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi unterstützen. Es wird deshalb nicht erwartet, dass sie die Macht des Regimes brechen können.

Im Gegenteil: Verschiedene Kräfte des Parlaments versuchten schon vor dessen Konstituierung, einen noch größeren Pro-Sisi-Block zu schmieden. Die Initiative scheiterte zunächst, nährt aber weiter die Befürchtung einer schwachen Volksvertretung am Nil.

Trotzdem könnte sich das Plenum für einige wenige Politiker zu einer Bühne entwickeln, auf der sie zwar keinen Einfluss auf die politische Entwicklung nehmen, trotzdem aber ihre Kritik an der Regierung ausdrücken können.

Seit der Auflösung des von Islamisten dominierten Parlaments im Jahr 2012 wird Ägypten ohne Abgeordnetenhaus regiert. Anfang Juli 2013 stürzte das Militär nach Massenprotesten den ersten frei und demokratisch gewählten Präsidenten, den Islamisten Mohammed Mursi. Seine Muslimbruderschaft, Gewinner der Parlamentswahl im Jahr 2011, wurde verboten und durfte zur Wahl 2015 nicht antreten.

Seit Juni 2014 ist der ehemalige Armeechef Al-Sisi das Staatsoberhaupt. Er regierte Ägypten mit Hilfe von Dekreten. Künftig müssen wichtige Entscheidungen vom Parlament bestätigt werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Im Irak festgenommene 16-Jährige bereut Anschluss an IS
"Ich will nur noch weg", sagt das vermisste Mädchen aus Sachsen in irakischer Haft. Sie wolle kooperieren. Einem Reporter des Recherchenetzwerks aus "SZ", NDR und WDR …
Im Irak festgenommene 16-Jährige bereut Anschluss an IS
Neuer Kommunikationschef des US-Präsidenten droht mit Entlassungen
Der neue Kommunikationsdirektor von US-Präsident Donald Trump, Anthony Scaramucci, will im Weißen Haus künftig hart durchgreifen.
Neuer Kommunikationschef des US-Präsidenten droht mit Entlassungen
Erdogan bemüht sich bei Rundreise am Golf um Beilegung der Katar-Krise
Mit einer Rundreise durch mehrere Staaten am Golf bemüht sich der türkische Präsident Erdogan um eine Beilegung der Katar-Krise. Gleichzeitig warf er nicht näher …
Erdogan bemüht sich bei Rundreise am Golf um Beilegung der Katar-Krise
Frankreichs Präsident Macron will im Libyen-Konflikt vermitteln
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will einem Zeitungsbericht zufolge im Libyen-Konflikt vermitteln.
Frankreichs Präsident Macron will im Libyen-Konflikt vermitteln

Kommentare