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In der CSU-Fraktion gibt es Ärger. Horst Seehofers Personaldebatten sorgen für Unruhe.

Ärger in der CSU-Fraktion

Abgeordnete murren über Seehofer

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München - Die CSU beginnt vernehmlich zu murren über Seehofers Personal-Spekulationen. In seiner Abwesenheit gibt es Ärger in der Landtagsfraktion.

In der Landtagsfraktion wächst die Unruhe wegen der CSU-Personaldebatten. Mehrere junge Abgeordnete forderten in der Fraktionssitzung am Mittwochnachmittag eine Klarstellung von Ministerpräsident Horst Seehofer ein. Das berichten Teilnehmer des nichtöffentlichen Treffens in München.

Seehofer hatte in internen Runden und zuletzt in einem Interview in einer Sonntagszeitung über eine Abgabe eines seiner Ämter philosophiert. Bisher dominiert er als Ministerpräsident die Landespolitik und mischt als CSU-Vorsitzender von München aus in Berlin mit. Künftig solle der CSU-Chef in der Hauptstadt am Kabinettstisch sitzen, sagte Seehofer. Offen ist, ob er sich meint oder einen Parteifreund; dann wäre primär Bayerns Finanzminister Markus Söder im Rennen, der allerdings einen Wechsel nach Berlin strikt ablehnt.

Drei junge – fränkische – Abgeordnete brachten das Thema in der Sitzung auf. Steffen Vogel, Michael Hofmann und der eben erst nachgerückte Andreas Schalk verlangten, die Fraktion solle sich mit dem Thema befassen. Schalk wird mit den deutlichen Worten zitiert, es sei eigentlich nur einer, der immer wieder über Personalien rede. Über „öffentliche Selbstgespräche“ spottete er, ohne Seehofer zu nennen. Mehrere Abgeordnete pflichteten bei.

Fraktionschef Thomas Kreuzer habe sich bemüht, die Debatte wieder einzufangen, heißt es. Er verwies darauf, dass weder Seehofer (bei einem Termin in Nürnberg) noch Söder (verließ die Sitzung vorzeitig) zur Stunde im Saal seien. Generell sei jetzt der falsche Zeitpunkt für Personaldiskussionen. Er kündigte an, mit Seehofer zu reden und das Thema demnächst in der Landtagsfraktion nochmal aufzugreifen.

Das könnte spannend werden: Unter den Abgeordneten hat Söder große Gefolgschaft. Viele sind genervt, dass Seehofer zwar offiziell Personalentscheidungen auf Frühjahr 2017 verschiebt, die Debatte aber immer wieder antreibt. Die Aussprache von Mittwoch wird als sehr lebhaft beschrieben. Einige verweisen auf die Januar-Klausur der Fraktion, die 2017 im fränkischen Banz läuft. 

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