+
Ist nach Einschätzung ihrer Ärztin gesundheitlich fit für das Präsidentschaftsamt: Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Foto: Cristobal Herrera/Archiv

Spekulationen um Gesundheit

Ärztin: Clinton ist fit für Präsidentschaftsamt

Nach dem Wirbel um ihre Lungenentzündung geht Hillary Clinton in die Offensive und macht ein Attest ihrer Ärztin öffentlich. Nun ist Trump unter Zugzwang. Legt er nach?

Washington (dpa) - Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ist nach Einschätzung ihrer Ärztin gesundheitlich fit für das höchste Amt im Staat.

Das geht aus einer Stellungnahme der Medizinerin Lisa Bardack hervor, die Clintons Kampagne am Mittwoch veröffentlichte. Die Demokratin musste ihren Wahlkampf in den vergangenen Tagen unterbrechen, weil sie an einer Lungenentzündung erkrankt war.

Die 68-Jährige hatte am Sonntag eine Gedenkfeier zum 15. Jahrestag der Anschläge vom 11. September in New York vorzeitig verlassen. Beim Einsteigen in ein Auto wurde sie gestützt. Kurz danach teilte ihre Ärztin mit, bei Clinton sei bereits zwei Tage vorher eine Lungenentzündung festgestellt worden. Ihr Team hatte zunächst von einer "Überhitzung" der Politikerin gesprochen. Clinton sah sich deswegen Vorwürfen ausgesetzt, sie habe nicht transparent genug gehandelt.

Der Vorfall heizte zudem Spekulationen um ihre körperliche Fitness an. Ihr republikanischer Konkurrent Donald Trump und andere Republikaner streuen seit Wochen, dass Clinton auch aus gesundheitlichen Gründen ungeeignet sei, die Präsidentschaft zu übernehmen, ohne dies aber zu belegen.

In einer zweiseitigen Erklärung bescheinigte ihre Ärztin Clinton nun, gesund zu sein. Bei mehreren Routineuntersuchungen in diesem Jahr seien ihre Blutwerte stabil gewesen. Clinton hatte zuletzt im Juli 2015 Informationen zu ihrem Gesundheitszustand veröffentlicht.

Die Lungenentzündung war am vergangenen Freitag diagnostiziert worden. Clinton erhole sich gut von der Erkrankung, erklärte Bardack. Sie nehme deswegen noch Antibiotika und ruhe sich aus. Die Demokratin wollte am Donnerstag wieder in den Wahlkampf einsteigen.

Mit der Veröffentlichung der Informationen setzte sie Trump unter Zugzwang. Der hatte nach dem Wirbel um Clintons Lungenentzündung rasch "sehr, sehr detaillierte" Angaben zu seiner Gesundheit angekündigt. Ursprünglich wollte er das in der "Dr. Oz Show" im Sender Fox tun, die am Mittwoch aufgezeichnet wurde und am Donnerstag gesendet werden sollte. Laut US-Medienberichten überreichte Trump dem Moderator aber lediglich einen einseitigen Bericht, Details blieben offen.

Stellungnahme Bardack (Englisch)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ermittlungen gegen François Fillon ausgeweitet
Paris - Der Konservative François Fillon wird die Vorwürfe um den Parlamentsjob seiner Frau im Wahlkampf wohl nicht mehr los. Jetzt übernehmen Ermittlungsrichter den …
Ermittlungen gegen François Fillon ausgeweitet
Urin mit Migrationshintergrund? Spott für AfD-Anfrage
Dresden - Die AfD im sächsischen Landtag hat sich mit einer Anfrage Spott in sozialen Netzwerken eingehandelt - nicht zum ersten Mal.
Urin mit Migrationshintergrund? Spott für AfD-Anfrage
Trump will aufrüsten - und bekommt Nachhilfe-Unterricht
Washington - US-Präsident Donald Trump denkt laut über einen Ausbau des Atomwaffenarsenals nach. Das lässt bei Abrüstungsbefürwortern Alarmglocken schrillen. Auch die …
Trump will aufrüsten - und bekommt Nachhilfe-Unterricht
Trump: Mauerbau zu Mexiko beginnt „bald“
Washington - US-Präsident Donald Trump hat in einer Rede das nationalistische Fundament seiner Agenda erneut betont. Den Zuhörern suggerierte er, in Deutschland, …
Trump: Mauerbau zu Mexiko beginnt „bald“

Kommentare