+
Joachim Wundrak (r.) tritt für die AfD als OB-Kandidat in Hannover an.

Partei mit großer Anziehungskraft für Soldaten

„Alarmsignal“: Ex-General der Bundeswehr kandidiert für die AfD

Viele Mitglieder der AfD sind Berufssoldaten. Diese Entwicklung finden Beobachter erschreckend.

Berlin - Für die Wahl des Oberbürgermeisters von Hannover hat die AfD nun einen Kandidaten gefunden. Der 64-jährige Joachim Wundrak soll für die Partei ins Rennen gehen. Wundrak ist ehemaliger General der Luftwaffe und war einige Jahre Mitglied der CDU. Erst 2017 trat er in die AfD ein. Wundrak war immer wieder im Umfeld der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu sehen. Sie ist seit einigen Tagen nicht mehr im Amt.

Viele ehemalitge Bundeswehr-Soldaten für AfD im Bundestag

Das Lufttransportgeschwader im niedersächsischen Wunstorf stand einige Zeit unter der Führung Wundraks. Er absolvierte Auslandseinsätze in Sarajevo und Kabul und war während seiner letzten Dienstjahre Kommandeur der Zentrum-Luftoperationen der Luftwaffe in Kalkar (Nordrhein-Westfalen). Im September 2018 trat Wundrak nach 44 Jahren in den Ruhestand.

Ehemalige Soldaten sind im Bundestag in den Reihen der AfD überproportional häufig vertreten. Wie die Bild-Zeitung berichtet, sind 11 von 91 Abgeordnete der Partei ehemalige Berufs- und Zeitsoldaten. Die Quote der anderen Parteien sei niedriger, hießt es in dem Artikel. Laut Schätzungen seien von 35.000 Parteimitgliedern der AfD etwa 2100 Berufssoldaten.

Bringt AKK die Bundeswehr wieder auf Vordermann? Stimmen Sie ab

Nähe zur AfD: Hochrangige Bundeswehr-Offiziere sind besorgt

Bild.de (Artikel hinter der Bezahlschranke) zitiert Personen aus hochrangigen Bundeswehr-Kreisen. Sie sollen es als „Alarmsignal“ und „bittere Pille“ bezeichnet haben, dass nun ein ehemaliger Berufssoldat für die AfD als OB-Kandidat antrete. Kürzlich hatte schon der CDU-Politiker Friedrich Merz einen Rechtsruck der Bundeswehr bemängelt.

Erich Vad, ehemaliger militärpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat gegenüber der Bild gesagt: „Das Thema Sicherheit ist zu wichtig für unser Land, als dass man es den Rechten überlassen sollte.“ Auch der ehemalige Nato-General Hand-Lothar Domröse hat sich zu dem Fall geäußert. „Die politischen Versprechen müssen endlich eingelöst werden, damit die regierenden Parteien die Bundeswehr nicht verlieren“, sagte Domröse.

Die AfD spricht sich dafür aus, die Bundeswehr umzustrukturieren. Sie fordert unter anderem eine Rückkehr zur Wehrpflicht. Zuletzt kam aus den Reihen der Partei heftige Kritik über die Bundeswehr. Thomas Prinz ist frisch gewählter AfD-Stadtrat in Freital. Jetzt musste er sich vor Gericht verantworten, weil er sich als Polizist ausgab - und nicht nur das.

Video: Fliegender Wechsel im Verteidigungsministerium

dg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Campino hat klare Meinung zu Greta und Schulschwänzern: „Wenn mein Sohn...“
„Tote-Hosen“-Sänger Campino hat sich zu der Klimabewegung Fridays for Future rund um Greta Thunberg geäußert - und auch zu den Schulschwänzern seine Meinung abgegeben.
Campino hat klare Meinung zu Greta und Schulschwänzern: „Wenn mein Sohn...“
Gewaltsame Proteste zum Jahrestag der „Gelbwesten“: Polizei greif hart durch
Es ist ein Datum, vor dem Frankreichs Behörden gezittert haben dürften: Der erste Jahrestag der „Gelbwesten“-Proteste. Und tatsächlich kam es zu gewaltsamen …
Gewaltsame Proteste zum Jahrestag der „Gelbwesten“: Polizei greif hart durch
Drogenbeauftragte fordert neue Cannabis-Debatte: „Unser Modell funktioniert nicht“
Cannabis legalisieren, oder nicht? Die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) will sich ansehen, wie andere Länder mit Cannabis-Konsum umgehen.  
Drogenbeauftragte fordert neue Cannabis-Debatte: „Unser Modell funktioniert nicht“
Fall Anis Amri: Polizist erhebt schwere Vorwürfe - „...wäre ein erschütternder Skandal“
Am 19. Dezember 2016 fuhr Anis Amri mit einem LKW in eine Menschenmenge auf einem Berliner Weihnachtsmarkt. Nun tauchten neue Erkenntnisse auf.
Fall Anis Amri: Polizist erhebt schwere Vorwürfe - „...wäre ein erschütternder Skandal“

Kommentare