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Erntete viel Kritik für ein Twitter-Posting: AfD-Chefin Frauke Petry

"Inzestuös"

Petry erntet Shitstorm für Aussage zu Isländern bei EM

München - Vor dem EM-Kracher zwischen Frankreich und Island setzte AfD-Chefin Frauke Petry einen provokanten Tweet ab, sprach von "inzestuösen Isländern". Treffen wollte sie damit eigentlich Wolfgang Schäuble.

Update vom 6. Juli: Wenige Tage nach ihrem blamablen tweet über die "inzestuösen Isländern" hat die AfD-Chefin Frauke Petry schon wieder großen Ärger. Diesmal wird sie von ihrem eigenem Stellvertreter bei der AfD, Alexander Gauland, angeschossen.   

"Schäubles Alptraum: die inzestuösen Isländer gleich im Viertelfinale", hatte Petry am Sonntagmorgen auf ihrem Twitter-Account geschrieben. Kurz darauf entbrannte ein wahrer Shitstorm gegen die AfD-Chefin. "Gute Frau, sie werden einfach immer ekelhafter", schrieb ein User und war dabei im Vergleich zu anderen Kommentatoren noch freundlich. 

Petrys Schuss vor dem EM-Spiel ging offenbar gewaltig nach hinten los. Denn die AfD-Chefin hatte eigentlich Finanzminister Schäuble im Visier gehabt. In einem Interview mit der "Zeit" hatte der CDU-Politiker erklärt, dass Muslime in Deutschland zu "Offenheit und Vielfalt" beitragen würden. Und weiter: "Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe."

Diese Aussage wollte Petry mit ihrer Twitter-Nachricht wohl angehen. Weil sie sich angesichts der harschen Reaktionen gehörig missverstanden fühlte, postete die AfD-Chefin zur Erklärung eine knappe Meldung des "Handelsblatts" zum Schäuble-Interview. Den Link zum "Zeit"-Artikel in voller Länge blieb sie schuldig.

Dass Petry mit dem Tweet eigentlich den Finanzminister treffen wollte, ließen die User nicht gelten. "Komisch, Island muss ich in dem Text überlesen haben", schrieb ein Nutzer. "Sie ziehen hier mal wieder Verknüpfungen, die weiter hergeholt sind als die 'Fakten' ihres Parteiprogrammes", kritisierte ein anderer. "Schäubles Aussage war wohl kaum wörtlich gemeint. Und auf Island hat er sich auch nicht bezogen", argumentierte ein User. Ironie sprachen fast alle Nutzer der AfD-Chefin ab. Im Gegenteil: "Thors Hammer soll dich zerschlagen!", wurde getwittert. 

Immer wieder sorgen AfD-Politiker mit ihren Nachrichten in sozialen Netzwerken für Aufsehen. Deutsche Grenzer sollten notfalls auch auf Flüchtlings-Frauen und Kinder schießen, hatte Partei-Frau Beatrix von Storch im Januar auf Facebook gepostet. Später erklärte von Storch, sie sei dabei versehentlich auf der Tastatur ausgerutscht. Kurz darauf schockte die AfD-Politikerin mit einem Posting nach den Attentaten von Brüssel. 

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