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Ein Parteichef im Glück: AfD-Vorsitzender Bernd Lucke.

Siegeszug der AfD geht weiter

"Die Bürger dürsten nach politischer Erneuerung"

Berlin/Potsdam - Mit breiter Brust sind die Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) in diese Wahlen hineingegangen - mit noch mehr Selbstvertrauen kommen sie raus.

Sachsen, Thüringen, Brandenburg: Von 0 auf 3 Landtage binnenzwei Wochen. Und das jeweils zweistellig. „Man kann es einfach nicht mehr abstreiten, die Bürger dürsten nach einer politischen Erneuerung im Lande“, sagt Parteichef Bernd Lucke, als er vor die jubelnden Parteimitglieder auf der Wahlparty in Potsdam tritt: „Weil sie die Profillosigkeit der Alt-Parteien satt haben.“

Herrschte auf der Berliner Wahlparty zur Abstimmung in Sachsen vor zwei Wochen noch zurückhaltende Freude vor, jubeln die Anhänger in Potsdam nun lautstark. Auch das Ausscheiden der FDP aus beiden Landesparlamenten sorgt für laute, helle Freude bei den vorwiegend männlichen Parteifreunden. Anzüge dominieren das Bild.

Die AfD stehe für vernunft- und wertorientierte Politik, sagt Lucke hoch erhobenen Kopfes. „Dafür werden wir anerkannt von den Bürgern, und das offenbar von Wahl zu Wahl mehr.“ Man werde gegen den Euro zu Felde ziehen und sich für haushaltspolitische Stabilität einsetzen. Brandenburgs Landesparteichef Alexander Gauland reckt bei den Prognosen die Arme hoch und spricht danach vom „glücklichsten Tag in meinem Leben“. Nun gehe es auf zu den Wahlen in Hamburg und Bremen 2015. „Wir sind in der deutschen Politik angekommen, und es wird uns daraus keiner mehr verdrängen.“ Die anderen müssten sich warm anziehen. Immer wieder brandet Jubel auf.

Dass die AfD zuletzt mit großem Selbstbewusstein um Wähler warb, hat die männerdominierte Partei einer Frau zu verdanken: Frauke Petry, die in Sachsen als Spitzenkandidatin im August maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die neue Partei dort 9,7 Prozent erhielt. Denn: Nach dem guten Abschneiden der rechtskonservativen Partei in Sachsen stiegen für die AfD auch die Umfragewerte in Thüringen und Brandenburg.

Ersten Hochrechnungen zufolge holte die AfD ihre Stimmen zumeist von Linken, CDU und FDP, in Thüringen auch von der SPD. Koalieren wollen die etablierten Parteien mit der AfD bisher nicht. „Eine Zusammenarbeit mit der AfD – dem ,Abstieg für Deutschland‘ – schließen wir aus“, sagt CSU-General Andreas Scheuer. „Die AfD will eine Politik der Vergangenheit – wir hingegen stehen für die Zukunft.“

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