Wortgefecht auf Twitter

AfD-Mann twittert über „undankbare“ Bewerberin - dann meldet sich Ulmen

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Potsdam - AfD-Kandidat Markus Roscher beschwerte sich auf Twitter, dass eine Bewerberin eine Stelle in seiner Kanzlei ablehnte. Der Schuss ging nach hinten los.  

Der Berliner Rechtsanwalt Markus Roscher wollte auf Twitter wohl demonstrieren, wie undankbar eine Bewerberin reagierte auf sein Angebot, sie trotz fehlender Berufserfahrung und einer 4+ im Abschlusszeugnis einzustellen: „Wollte morgen Rechtsanwältin (Berufsanfänger, Note: 4+) fest anstellen. Arbeitsvertrag fertig. Nun sagt sie ab: Grund: Meine #AfD Kandidatur!“, lautete sein Tweet, mit dem er jedoch mehr Ablehnung als Zustimmung erntete.

Christian Ulmen zollte einer Bewerberin, die nicht für einen AfD-Kandidaten arbeiten wollte, Respekt.

Der Schuss ging nach hinten los: Markus Roscher, der bei der Bundestagswahl 2017 für die AfD kandidiert, erntet statt Solidarität großteils Häme. „Gut so. Respekt für die Frau. Sie findet bestimmt was Besseres“, postete prompt eine Userin. Kurz darauf meldet sich Schauspieler Christian Ulmen zu Wort: Respekt für eine junge Rechtsanwaltsanfängerin irgendwo in Paderborn! So geht Hoffnung.“ Sein Tweet wurde 2000 Mal geteilt und 8400 Mal geliked. 

AfD Lüneburg geht auf Ulmen los

Damit geht die Diskussion erst los. Roscher antwortet, die Bewerberin hätte sich ja vorher im Internet über seine Parteizugehörigkeit erkundigen können. Ulmen kontert: „Hat's ja noch rechtzeitig erkannt und wird künftig sicher nicht mehr auf Rechtsextremisten-Check verzichten.“ Jetzt wird Roschers Ton drohend: „...dünnes Eis“, postet er bedeutungsschwanger, später bringt er indirekt eine Klage ins Spiel: „ich werde Ihnen nicht den Gefallen tun, Sie mit einer Unterlassungsklage für Ihr Zeitgeistsurfen zu belohnen.“

Unter die Gürtellinie geht es, als sich die AfD Lüneburg in den Twitter-Zoff einklinkt: „Christian Ulmen - als Schauspieler und Mensch überbewertet. Immer schön mit dem Mainstream, bloß keine eigene Meinung vertreten“, lautet der Angriff auf den Tatort-Kommissar. Ulmens Konter: „Mit der AfD kann man nun endlich wieder in seiner Eigenschaft, Mensch zu sein, überbewertet werden. #DerUntermensch“.

Markus Roscher wechselte mehrfach die Partei

Der Anwalt Markus Roscher tritt bei den Bundestagswahlen 2017 im Wahlkreis Paderborn/Gütersloh III als Direktkandidat der „Alternative für Deutschland“ an. Zuvor wechselte er schon mehrmals seine Parteifarbe. Seine politische Karriere begann er bei der FDP, dann wechselte er zum „Bund Freier Bürger“, 2001 kandidierte er für die CDU. 2012 schloss er sich den „Piraten“ an, nun hat er bei der AfD seine politische Heimat gefunden. 

Christian Ulmen ist am kommenden Sonntag (5. Februar) ist als Tatort-Kommissar in der ARD zu sehen. Lohnt es sich, einzuschalten? Lesen Sie hier die Vorab-Kritik des Münchner Merkur.

Rubriklistenbild: © dpa

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