Unwetterwarnung: DWD warnt vor schwerem Gewitter mit Orkanböen

Unwetterwarnung: DWD warnt vor schwerem Gewitter mit Orkanböen
+
Alice Weidel (AfD) in der ZDF-Sendung "Wie geht's Deutschland". Foto: Paul Zinken

Kritik an Moderatorin Slomka

AfD-Kandidatin Weidel verlässt ZDF-Wahlsendung

Eklat in einer TV-Diskussion zur Bundestagswahl: Die AfD-Vertreterin verlässt die Sendung. Der Kragen platzt ihr, als sie sich vom AfD-Rechtsausleger Höcke distanzieren soll. Sie kontert mit einer Attacke auf Moderatorin Slomka.

Berlin (dpa) - Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat am Dienstagabend die ZDF-Wahlsendung "Wie geht's, Deutschland" im Streit vorzeitig verlassen.

Konkreter Auslöser war die Forderung von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, sich vom Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden und Rechtsausleger Björn Höcke zu distanzieren.

Gauland habe Höcke als Seele der AfD bezeichnet, sagt Scheuer. "Für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler." Weidel verließ daraufhin wortlos ihren Platz am Stehpult der Gesprächsrunde mit insgesamt sieben Politikern - unter Beifall und Johlen des Publikums. "Gehen Sie jetzt?", fragte Moderatorin Marietta Slomka und erntete ein Nicken.

Anschließend attackierten Weidel und Gauland Slomka. Sie habe sich "als parteiisch und vollkommen unprofessionell geoutet", hieß es in einer am Abend verbreiteten Pressemitteilung. "Sie hat sich mit der frechen Intoleranz und der plumpen Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht. Das ist eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig."

Sie fügten hinzu: "Frau Slomka sollte ihre persönlichen Animositäten nicht in den eigenen Sendungen ausleben. Ein weiterer Grund, die Zahlung des Rundfunkbeitrages zu verweigern."

Die Erregungskurve war allerdings bereits in der unmittelbar vorausgehenden Diskussion zur Flüchtlingspolitik stark gestiegen. Scheuer hatte gesagt: "Es ist für mich gelingende Integration, wenn Sprache und Eigenengagement passen." Weidel hielt ihm darauf hin vor: "Also soll illegale Einwanderung legalisiert werden." Scheuer reagierte mit dem Konter auf Gauland und Höcke. Weidel ist allerdings seit langem für einen Parteiausschluss Höckes.

Aus Sicht des Medienwissenschaftlers Jo Groebel war der abrupte Abgang Weidels reine Wahlkampftaktik. Der Eklat sei im Wahlkampf ein "naheliegendes Mittel, Aufmerksamkeit, Schlagzeilen, Emotionen und gegebenenfalls auch die Bestätigung von Opferrolle und "Ausgrenzung" durch die "Etablierten" zu bekommen", sagte Groebel der "Heilbronner Stimme". "Das polarisiert und festigt die eigenen Reihen und Anhänger."

Weitere Gäste der Sendung waren Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Justizminister Heiko Maas (SPD), Linken-Chefin Katja Kipping, FDP-Vize Katja Suding (FDP) und der Grünen-Politiker Jürgen Trittin.

ZDF-Video

Weidel-Tweet mit Stellungnahme

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gipfeltreffen in Brüssel: EU-Staaten suchen gemeinsame Linie
Der letzte EU-Gipfel in diesem Jahr sollte eigentlich ganz im Zeichen des Aufbruchs stehen. Doch ein seit Jahren ungelöster Streit sorgt bereits davor für schlechte …
Gipfeltreffen in Brüssel: EU-Staaten suchen gemeinsame Linie
Juristen halten nationales Glyphosat-Verbot für möglich
Berlin (dpa) - Ein nationales Verbot des umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat ist nach Einschätzung von Bundestags-Juristen unter strengen Voraussetzungen möglich.
Juristen halten nationales Glyphosat-Verbot für möglich
Lafontaine: „Die SPD ist ängstlich und unsicher“
SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Am Mittwoch trafen sich Union in SPD in Berlin. Alle News im Ticker.
Lafontaine: „Die SPD ist ängstlich und unsicher“
Kommentar zum Berlin-Attentat: Brutale Bürokratie
Die Gefahr durch Terror ist in Deutschland Realität – gleichzeitig gibt es hierzulande keine Kultur im Umgang mit seinen Opfern. Das zeigt dieser Fall deutlich, so …
Kommentar zum Berlin-Attentat: Brutale Bürokratie

Kommentare