Hansjörg Müller (AfD) , außenwirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, spricht während eines Livestreams beim Politischen Aschermittwoch der AfD. Wegen der Corona-Krise findet der Aschermittwoch in diesem Jahr erstmals digital statt.
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Hansjörg Müller: Der AfD-Vize-Landeschef äußerte sich auf Telegramm sympathisierend zu Skandal-Youtuber Stefan Bauer.

Corona-Impfstoff und Zyklon B verglichen

AfD droht Ärger: Mitglied zeigt Skandal-Video aus KZ-Gedenkstätte - Bayern-Vize spricht von „Patriot“

Youtuber Stefan Bauer veröffentlichte ein abscheuliches Video aus einer KZ-Gedenkstätte. Wirft ihn die AfD aus der Partei, um Ärger zu umschiffen?

München – Bayerns AfD* will den Rosenheimer Youtuber Stefan Bauer nach dessen geschmacklosem Video aus der KZ-Gedenkstätte Mauthausen aus der Partei werfen. Der Landesvorstand beschloss außerdem, Bauer sofort die Mitgliedsrechte zu entziehen. „Das ist die maximale Strafe, die wir verhängen können“, sagte Vize-Landeschef Gerd Mannes unserer Zeitung. Das Ausschlussverfahren liegt nun beim Landesschiedsgericht.

AfD-Mitglied teilt krude Verschwörungserzählung: Geschmackloses Video aus KZ-Gedenkstätte

Bauer stellt in einem Video Vergleiche zwischen Corona*-Impfstoffen und dem Giftgas Zyklon B an, mit dem die Nazis systematisch Menschen töteten. Außerdem fantasiert er über neue „Konzentrationsläger“ für Impfverweigerer. Das Video drehte er im Außenbereich der Gedenkstätte.

Youtuber ein Bauernopfer? AfD droht immer noch Ärger mit dem Verfassungsschutz

Man könne Mitgliedern bei deren Aufnahme nicht in den Kopf schauen, sagte Mannes. Umso schneller habe der Vorstand reagiert. Die AfD distanziere sich von „missbräuchlicher Verwendung von Begriffen oder Begebenheiten aus der Zeit des Nationalsozialismus“. Hintergrund dürfte auch sein, dass die Partei dem Verfassungsschutz keine neuen Argumente für eine Beobachtung liefern will. Ihr droht eine Höherstufung zum Verdachtsfall. Im Fall Bauer ermittelt inzwischen der oberösterreichische Verfassungsschutz.

AfD-Politiker hält offenbar zu Verschwörungserzähler: „Bauer war unser Lager“

Teile des Vorstands scheinen die Entscheidung indes falsch zu finden. In der Partei kursiert eine Äußerung von Hansjörg Müller, der wie Mannes stellvertretender Landeschef ist. Er schreibt im Nachrichtendienst Telegram: „Bauer war unser Lager, Patriot. Kannte ihn gut.“ Unserer Zeitung sagte Müller, er trage die Entscheidung mit. Bauer saß bis vor Kurzem im Vorstand des AfD-Kreisverbands Rosenheim und tritt als Youtuber in der Querdenker-Szene auf, etwa mit dem Verschwörungserzähler* Attila Hildmann. Er war nicht zu erreichen. Ein Schiedsgerichtsverfahren kann Jahre dauern. (mmä) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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