Der AfD-Politiker Dr. Ludwig Flocken.

Islam beschimpft

Tumulte wegen Skandal-Rede: AfD-Politiker fliegt aus Parlament

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Hamburg - Einen regelrechten verbalen Amoklauf hat ein AfD-Politiker im Hamburger Landesparlament gestartet. Nun muss er mit den Konsequenzen leben.

Bei einer Debatte über Salafismus am Mittwochabend in der Hamburger Bürgerschaft, dem Landesparlament des Stadtstaates Hamburg, kam es zum Eklat. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, hetzte der AfD-Politiker Ludwig Flocken (55) minutenlang gegen den Islam. Die Bürgerschaft ließ sich das nicht lange gefallen und verbannte den Störenfried, der auch nach mehrmaliger Aufforderung der Vizepräsidentin nicht lockerlassen wollte, kurzerhand wegen Diffamierung des Islams aus dem Landesparlament.

Der Ältestenrat fällte die Entscheidung, die in der Geschichte der Bürgerschaft bis dato beispiellos ist.

2015 wurde der rechtspopulistische Politiker Ludwig Flocken für die AfD in die Bürgerschaft gewählt. Doch auch für seine eigenen Partei wurde Flocken Anfang 2016 untragbar. Kurz vor seinem Rausschmiss aus der AfD-Fraktion kam Flocken dem zuvor und trat selbst aus. Seitdem ist der Populist fraktionslos, aber immer noch Parteimitglied.

Der verbale Amoklauf der zum Ausschluss führte

In seiner Rede soll Flocken laut Hamburger Abendblatt dazu aufgerufen haben, "keinen Respekt vor dem Islam" zu haben: "Keinen Respekt vor einem absurden Ausmaß an Frauenverachtung, vor Menschen, die ihre Frauen genitalverstümmeln, als Müllsäcke verkleiden, vergewaltigen und die Vergewaltigten noch bestrafen und ermorden." Die Verwarnung, zum Thema Salafismus zurückzukehren, ignorierte der AfD-Mann und setzte noch einen oben drauf, indem er Muslime als "Menschen, die sich von Gottesgelehrten belehren lassen, wie sie ihre Frauen zu schlagen und ihre Babys sexuell zu missbrauchen haben" beschimpfte. Damit handelte sich Flocken die nächste Verwarnung ein.

"Ich hoffe inständig, dass diese gottverdammte Religion in die Wüste zurückkehrt, aus der sie gekommen ist", pöbelte der Abgeordnete weiter und löste damit tumultartige Szenen im Sitzungssaal aus.

Der Ältestenrat entschied daraufhin, den AfD-Politiker von der Sitzung auszuschließen. "Die Äußerungen waren nicht nur beleidigend, Herr Flocken hat damit zugleich den Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verlassen", sagte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

Nicht nur die übrigen Politiker, auch Flockes ehemaliger Fraktionschef distanzierte sich mittlerweile von den Äußerungen: "Niemand von uns stellt infrage, dass hier in Hamburg und anderswo alle Religionen ihren Glauben praktizieren sollten", sagte der AfD-Fraktionschef. Die FDP-Fraktionschefin stellte dazu fest: "Herr Flocken hat wie ein Hassprediger gesprochen. Das hat nichts mit politischer Auseinandersetzung zu tun."

Die gesamte Hetz-Rede hat der Politiker mittlerweile auf seiner offiziellen Facebook-Seite gepostet.

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