+
Dieses Herz schlägt wohl auch für die AfD.

"Asyl und Euro verbraucht"

Bericht: AfD setzt künftig vermehrt auf Islamkritik

Berlin - Die AfD arbeitet ein neues Parteiprogramm aus. Dabei setzen die Rechtspopulisten allem Anschein nach auf die Karte Islamkritik. Doch es herrscht auch Uneinigkeit.

Die rechtspopulistische AfD will in ihrem neuen Programm laut Spiegel auf Islamkritik setzen. Der Islam sei "das brisanteste Thema des Programms überhaupt" und für die "Außenkommunikation" am besten geeignet, zitierte das Nachrichtenmagazin am Samstag aus internen E-Mails des Parteivorstands. "Asyl und Euro sind verbraucht, bringen nichts Neues", schrieb Vizechefin Beatrix von Storch demnach an Vorstandskollegen.

Diese Strategie habe sie aber vor der AfD-Basis geheim halten wollen. Entsprechende Passagen waren dem Bericht zufolge nicht in den Unterlagen für eine interne Umfrage unter den Mitgliedern enthalten, wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtete. Dies habe bei Parteifreunden für Ärger gesorgt.

Vorstandskollege Albrecht Glaser schrieb von Storch demnach per E-Mail, dass "die Zahl der Beschwerden" über die starken Eingriffe in die Umfrage "nicht abreißt". Von Storch argumentierte jedoch, dass das Thema Islam "mit einem Knall" öffentlich gemacht werden müsse. Es sei ein "kommunikativer Fehler" dies "in unverbindlicher Fragemanier" vorwegzunehmen.

Petry gegen Beschneidungsverbot für Juden und Muslime

Die Parteichefin Frauke Petry ging derweil auf Distanz zu der im AfD-Programmentwurf enthaltenen Forderung nach einem Beschneidungsverbot für jüdische und muslimische Jungen. In der Bild vom Samstag verwies Petry darauf, dass die "Abwägung zwischen körperlicher Unversehrtheit gesunder Kleinkinder und der Religionsfreiheit" in der AfD ebenso "umstritten" sei wie unter Verfassungsrechtlern. Eine Entscheidung sei dem Parteitag am 30. April vorbehalten.

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, äußerte scharfe Kritik. "Ganz offensichtlich träumt die AfD von einem Deutschland, in dem jüdisches Leben keine Zukunft hat", sagte sie der Bild. Anders sei "dieser perfide Griff in die unterste Schublade des Populismus und Antisemitismus" kurz vor den Wahlen in drei Bundesländern nicht zu erklären.

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, kritisierte das AfD-Vorhaben als "hochgefährlich und spalterisch". Damit zeige die AfD ihr "wahres Gesicht". Der Ritus für Muslime und Juden sei bewährt und komplikationsarm.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

16-jährige Deutsche unter festgenommenen IS-Kämpferinnen
Dresden (dpa) - Eine 16-Jährige aus Sachsen gehört nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft zu den in der vergangenen Woche in der irakischen Stadt Mossul …
16-jährige Deutsche unter festgenommenen IS-Kämpferinnen
Gabriel in offenem Brief: „Deutschtürken gehören zu uns“
Ungeachtet des Streits zwischen den Regierungen in Berlin und Ankara hat Außenminister Sigmar Gabriel den in Deutschland lebenden Türken seine Wertschätzung signalisiert …
Gabriel in offenem Brief: „Deutschtürken gehören zu uns“
Wagenknecht stichelt gegen die AfD
Berlin - Die Linke-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht sieht Chancen, die AfD aus dem nächsten Bundestag herauszuhalten. Die tatsächliche Alternative sei die Linke.
Wagenknecht stichelt gegen die AfD
US-Justizminister Sessions soll die Unwahrheit gesagt haben
Washington (dpa) - In der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump wirft ein neuer Bericht Zweifel an der Darstellung von Justizminister Jeff Sessions zu seinen …
US-Justizminister Sessions soll die Unwahrheit gesagt haben

Kommentare