Uwe Junge, Ex-Landtagsfraktionschef der AfD in Rheinland-Pfalz, ist aus der Partei ausgetreten. (Archivbild)
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Uwe Junge, Ex-Landtagsfraktionschef der AfD in Rheinland-Pfalz, ist aus der Partei ausgetreten. (Archivbild)

Im Streit mit Gauland und Höcke

AfD-Größe verlässt Partei und teilt heftig aus - „blökender Stammtischprolet fühlt sich wie zu Hause“

Uwe Junge ist aus der AfD ausgetreten. Das teilte er auf Facebook mit. Junge war im Juni in die Kritik geraten, als er Neuers Regenbogenbinde als „Schwuchtelbinde“ bezeichnete.

Berlin - Der ehemalige Fraktionschef der AfD im rheinland-pfälzischen Landtag, Uwe Junge, ist aus der Partei ausgetreten. Junge verabschiedete sich mit Kritik am Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland. Auf seiner Facebook-Seite gab er am Sonntag seinen Austritt aus der Alternative für Deutschland bekannt. Bundestagsfraktionschef Gauland habe lange seine schützende Hand über den „völlig überschätzten“ Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und andere Protagonisten des Rechtsaußen-Flügels der Partei gehalten. Damit habe er dem Ansehen der Partei Schaden zugefügt.

Junge, der bei der zurückliegenden Landtagswahl nicht mehr angetreten war, beklagte zudem eine „negative Veränderung der Mitgliederstruktur“. Damit sei eine Umkehr der Entwicklung nicht mehr möglich, weil vernünftige und gebildete Menschen schon bei dem ersten Besuch einer Veranstaltung der AfD „von der überreizten Stimmung, gepaart mit wilden Verschwörungstheorien und teilweise unflätigem Benehmen abgeschreckt werden, während sich der blökende Stammtischprolet wie zu Hause fühlt“.

Uwe Junge tritt aus AfD aus: Ex-Fraktionschef schimpfte auf Neuers Kapitänsbinde

Junge hatte im vergangenen Juni auch in der eigenen Partei Kritik auf sich gezogen, als er die Regenbogen-Kapitänsbinde von National-Torwart Manuel Neuer auf Twitter als „Schwuchtelbinde“ bezeichnet hatte. Später löschte er den Tweet und entschuldigte sich für den Begriff.

Video: „Neuer trägt die Schwuchtelbinde“: AfD-Politiker entschuldigt sich nach Hetz-Tweet

Er werde bei der nächsten Bundestagswahl die Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR) wählen, schrieb Junge. Seine Hoffnung sei, dass die LKR „zum Sammelbecken aller vernünftigen Konservativen aus AfD, CDU und anderen werden kann“. Die Partei war 2015 von Bernd Lucke und anderen ehemaligen AfD-Mitgliedern gegründet worden. Inzwischen ist Lucke nur noch einfaches Mitglied der LKR. (dpa/fmü)

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