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Oskar Lafontaine hat eine klare Meinung zu den USA.

Wilder Talk im Ersten

AfD-Vergleich bei „Maischberger“: Doch Lafontaine kontert kühl

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Sandra Maischberger unterhält sich im Ersten über die Gefahr, die von US-Präsident Donald Trump ausgeht. Ein Talk mit Konfliktpotenzial. An einer Aussage Oskar Lafontaines reibt sich ein Journalist - und muss einstecken.

München - Stürzt US-Präsident Trump die Welt ins Chaos? Nach der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, den folgenden schlimmen Auseinandersetzungen und der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran, wollte Sandra Maischberger das am Mittwochabend im ARD-Talk von ihren Gästen wissen.

Eine hitzige Diskussion, in der es mehr als einmal heftig zur Sache ging (Ganze Sendung). Auslandskorrespondentin Antonia Rados glaubt: „Trump will sein System mit aller Stärke durchsetzen. Er versteht sich auch nur mit den starken Leuten dieser Welt.“ Oskar Lafontaine (Die Linke) sagt: „Trump hat keine außenpolitische Linie.“ Sabrina Fritz (langjährige USA-Korrespondentin der ARD) lobt dagegen, immerhin habe Trump in Jerusalem „25 Jahre diplomatisches Gewürge“ beendet. Und Welt-Journalist Alan Posener behauptet, Trump sei furchtbar - aber er habe „schon mehr erreicht als Vorgänger Barack Obama“.

Rapper Bushido geht bei Maischberger Rentnerin an - und kassiert eiskalten Konter

Oskar Lafontaine hat eine klare Meinung zu den USA.

Lafontaine: „Wenn der deutsche Außenminister einen A*** in der Hose hätte“

Maischberger spielt einen Facebook-Post von Lafontaine ein. Darin attackiert er Außenminister Heiko Maas (SPD): „Richard Grenell, ein enger Vertrauter Donald Trumps, twitterte, die deutsche Industrie sollte ihre Geschäfte im Iran ‚sofort‘ herunterfahren. Wenn der deutsche Außenminister einen A*** in der Hose hätte, würde er diesen undiplomatischen Lümmel einbestellen und ihm klar machen, dass Deutschland keine US-Kolonie ist.“

Lafontaine bei Maischberger mit klarer Kante - und kühlem Konter

Wenig später redet sich der saarländische Linken-Politiker auch im Live-TV in Rage: „Die USA hat den Anspruch ganze Welt zu beherrschen. Das Gerede von der friedensliebenden Nation ist ein Lügengerede. Das einzige Ziel ist, die wirtschaftlichen Interessen auf der ganzen Welt durchzusetzen. Die USA kann nicht akzeptieren, dass Länder über ihr Öl selbst bestimmen.“ Und weiter: Die USA, meint Lafontaine, seien schon immer ein Kriegstreiber gewesen. Stets hätten sie nur ihre eigenen Interessen auf der ganzen Welt durchgesetzt. Überall, wo es Öl gebe, führten die USA Krieg. Europa dürfe keinesfalls "nach deren Pfeife tanzen".

Warum gab es am Sonntag keinen ARD-Talk bei „Anne Will“?

Welt-Journalist Alan Posener daraufhin provokant: "Mit diesem Gedanken wären Sie bei der AfD sehr willkommen. Die Sagen ziemlich genau dasselbe. Deshalb ist es aber nicht falsch." Lafontaine reagiert kühl: "Bitte nicht auf dem Level. Ich sage das schon viel länger."

Bei Sandra Maischberger: „Mäßigung in diesen wilden Kerl bringen.“

„Das Problem ist nicht das Öl, sondern die Atombombe des Iran und die regionalen Herrschaftsansprüche der Mullahs“, erklärt Posener. „Und das sehen nicht nur die Amerikaner so, sondern das sehen alle arabischen Staaten so.“ „Die Amerikaner werden bald mehr Öl und Gas produzieren, als sie überhaupt brauchen“, prophezeit CDU-Außenexperte Jürgen Hardt.

"Wollen Sie Zoff?“ Journalistin geht Maischberger im ARD-Talk an

Fritz hat das Schlusswort: „Trump hat vielleicht kurzfristig ein gutes Bauchgefühl, aber langfristig unterschätzt er, wenn man wirtschaftlich ein Vakuum entstehen lässt, in das China rein geht und politisch ein Vakuum lässt, das Russland besetzt. Europa muss auf ihn einwirken und Mäßigung in diesen wilden Kerl bringen.“

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