Kommentar zum Landesparteitag

AfD vor der Bundestagswahl: Rückhalt für Höcke

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Die AfD-Basis in Bayern hat sich auf ihrem Landesparteitag zu Björn Höcke positioniert: Wer die Forderung nach dem Parteiausschluss offensiv mitträgt, wurde abgestraft. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Til Huber.

Driftet die AfD ins rechtsextreme Abseits ab? Die Gemütslage der Partei ließ sich dieser Tage bei der bayerischen Listenaufstellung in Greding ablesen. Man kann nicht behaupten, die Landespartei habe sich durchweg extreme Scharfmacher auf die aussichtsreichen Plätze gewählt. Eher die nach außen seriös Auftretenden hatten Konjunktur. Doch im Hintergrund schwang die Frage aller Fragen mit: Wie hältst du es mit Björn Höcke?

Ein klarer Befund, der auch schon anderswo zu beobachten war: Wer das Votum des Bundesvorstands, den Rechtsaußen aus Thüringen auszuschließen, offensiv mitträgt, wird abgestraft. Die Abstimmungsergebnisse zeigen deutlich, wie es um den Beschluss steht, an dem die künftige Ausrichtung der Partei hängen dürfte. Nach außen fehlt ihm die überzeugende Botschaft, nach innen die Legitimation.

Deutlicher formuliert: Kaum ein Wähler wird sich noch erzählen lassen, die AfD wolle sich in der Breite ernsthaft von Höcke trennen. Und innerhalb der Partei muss sich Bundeschefin Frauke Petry mit dem Gedanken anfreunden, dass nicht nur ein paar versprengte Randständige den Thüringer mit seinem völkischen Gedankengut und seiner ans Dritte Reich angelehnten Rhetorik in der Partei halten wollen. Höcke spürt das und trägt sein Selbstbewusstsein offensiv zur Schau. Der Kölner Parteitag in drei Wochen könnte so zum Showdown werden.

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