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Er verteidigt "Weckruf 2015"

AfD-Streit: Lucke will Partei zusammenhalten

Straßburg - In der AfD kriselt es. Bernd Lucke soll aus dem Mail-System der AfD geflogen sein. Der Co-Vorsitzende Adam lästert über ihn. Doch Lucke verteidigt seinen "Weckruf 2015".

Bernd Lucke hat am Dienstagmorgen eine Pressekonferenz zu seiner Initiative "Weckruf 2015" und zu den Konsequenzen für die Alternative für Deutschland (AfD) gegeben. Die Initiative solle ein Problembewusstsein steigern, die Parteimitglieder aufrütteln. Der Erfolg würde sich darin zeigen, "dass wir die AfD zusammenhalten können". Seine neu gegründete Initiative "Weckruf 2015" sei daher "keine Initiative für einen Massenaustritt", sondern eine Initiative, um die Partei zusammenzuhalten. Eine Partei-Neugründung plane er nicht, auch sein Austritt aus der AfD würde nicht bevorstehen.

Der Streit in der AfD ist eskaliert. Denn wie FAZ.NET berichtet, soll die Bundesgeschäftsstelle der AfD ihren Parteichef am Montag aus dem E-Mail-System gelöscht haben. Das Nachrichtenportal zitiert aus einer E-Mail von Lucke, in der er schreibt, dass Frauke Petry und Konrad Adam seinen "Zugang zum Parteimanager gesperrt" hätten.

Am Montagabend wurde die Webseite weckruf2015 freigeschaltet, eine Initiative von Lucke, vom früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel und vom Hamburger AfD-Chef Jörn Kruse. Auf der Startseite bitten die Initiatoren ihre Leser, sich ihnen anzuschließen: "Denn wir haben in den letzten zwei Jahren in der AfD viel erreicht und wir wollen das Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Aber leider hat sich nicht alles zum Guten entwickelt. Die Bedrohungen, denen unser aller Arbeit ausgesetzt ist, sind ernst und in der Parteiführung fehlt die nötige Einigkeit, um kraftvoll dagegen vorzugehen."

Die Initiative "Weckruf 2015" soll entweder auf eine Abwahl populistischer und rechtsnationaler Kräfte beim Bundesparteitag im Juni hinauslaufen oder aber in der Neugründung einer neuen Partei münden.

Adam nennt Luckes "Weckruf 2015" "kurios"

Der Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Konrad Adam, hat die Pläne von Parteigründer Bernd Lucke scharf kritisiert. Adam sagte der Bild-Zeitung (Dienstagsausgabe): "Der Name 'Weckruf 2015' ist wirklich kurios. Er erinnert an die Zeugen Jehovas oder an die Heilsarmee mit ihren Zeitschriften wie 'Erwachet'." Das passe in diesem Fall allerdings gut.

"Denn es gibt AfD-Mitglieder, die eine Partei mit einem Missionsbetrieb verwechseln", kritisierte Adam. Sie wollten "bestimmte Ansichten, nämlich ihre, um jeden Preis durchsetzen". Dabei sei "Politik doch immer die Kunst des Möglichen und des Kompromisses".

Petry bleibt auf Konfrontationskurs zu AfD-Gründer Lucke

Im Richtungsstreit zwischen Rechten und Liberalen in der AfD bleibt Bundessprecherin Frauke Petry auf Konfrontationskurs zu Parteigründer Bernd Lucke. Seine Initiative „Weckruf 2015“ sei nicht geeignet, die streitenden Flügel zu vereinen und verunsichere die Mitglieder, sagte die sächsische AfD-Landeschefin, die dem rechtsnationalen Flügel zugerechnet wird.

Zudem sei fraglich, ob die Gründung des neuen „Weckruf“-Vereins mit den AfD-Statuten vereinbar sei. Die Einheit der AfD stehe im Vordergrund, aber auf Basis von Parteitagsbeschlüssen. Petry begrüßte die Bereitschaft Luckes zu Konsensgesprächen, stellte aber dessen Einigungswillen infrage. Auch eine Kandidatur gegen Lucke bei der Wahl einer neuen Parteiführung schloss sie nicht aus.

Die AfD wird seit längerem von einer schweren Führungskrise erschüttert. Dabei stehen sich der wirtschaftsliberale Flügel um Lucke und der national-konservative Flügel um die Co-Vorsitzende Frauke Petry gegenüber.

AFP/dpa/sah

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