+
Hinter dem Logo der ZDF-Nachrichtensendung „heute“ ist eine Karte zu sehen, an der die AfD Anstoß nimmt.

Kuriose Forderung der Partei

„Nicht alle Latten am Zaun“ - AfD erntet Spott wegen ZDF-Karte

  • schließen

Berlin - Der AfD ist die Karte der „heute“-Sendung nicht deutsch genug: Sie fordert, dass die Landesgrenzen eingezeichnet werden. Das stößt auf Spott - und animierte sogar zu einer Büttenrede.

Vertreter der „Alternative für Deutschland“ haben genau hingesehen bei der ZDF-Nachrichtensendung „heute“. Und dabei ist ihnen aufgefallen, dass auf der Europakarte, die im Hintergrund des heute-Logos zu sehen ist, die Grenzen Deutschlands nicht eingezeichnet sind. Das will die AfD ändern - mit einem Antrag im Berliner Abgeordnetenhaus.

Wie der Express berichtet, fordert die AfD in dem Antrag folgendes: Der Berliner Senat solle beim ZDF-Fernsehrat darauf hinwirken, dass in der heute-Sendung eine zweite Karte eingeblendet wird. Auf dieser sollen die Umrisse Deutschlands deutlich zu erkennen sein. 

Begründet wird dies laut Berliner Zeitung mit dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: „Solange die Eigenstaatlichkeit der Bundesrepublik gegeben ist, muss in einer deutschen Nachrichtensendung des ÖR auch gewährleistet werden, dass die Fernsehzuschauer, insbesondere auch die nachwachsenden Generationen, die aktuelle geographische Gestalt des eigenen Landes vor Augen haben“, wird aus dem AfD-Antrag zitiert. 

Abgeordnete anderer Fraktionen fühlen sich zum Narren gehalten

Die übrigen Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus reagierten mit Spott auf den Antrag. Anne Helm (Linke) sagte laut Express, der Antrag sei „Mumpitz“ und habe mit der Arbeit in dem politischen Gremium nichts zu tun. Karin Halsch (SPD) fühlt sich von der AfD zum Narren gehalten - zumal die Partei vor zwei Jahren schon einmal genau den gleichen Antrag eingebracht habe, und zwar im Brandenburger Landtag. Beim Kopieren des alten Antrags habe die AfD sogar vergessen, den Begriff „Landtag“ durch „Abgeordnetenhaus“ zu ersetzen“, schreibt die Berliner Zeitung in einem Kommentar.

Der FDP-Abgeordnete Stefan Förster nahm den AfD-Antrag sogar zum Anlass für eine Büttenrede im Abgeordnetenhaus: „Nun setzen Sie ab die Narrenkappe, und halten bei nächsten Mal besser die Klappe“, reimte er unter anderem und erntete dafür Applaus. Im Nachhinein stellte die FDP-Fraktion Försters gesamte Büttenrede via Twitter online.

„Herr Kollege, Sie sind eine Schande für dieses Haus“

AfD-Angeordneter Gottfried Curio warf den anderen Fraktionen vor, die nationale Identität Deutschland ins Lächerliche zu ziehen. Da hörte dann wiederum für Torsten Schneider, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, der Spaß auf: „Herr Kollege, Sie sind eine Schande für dieses Haus und haben nicht alle Latten am Zaun“, wird er zitiert.

Die AfD hat dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht zum ersten Mal vorgeworfen, ihren Bildungsauftrag nicht zu erfüllen. Deshalb kämpft die Partei für die Abschaffung des Rundfunkbeitrags. Spott erntete die AfD, als sie im sächsischen Landtag eine monströse Anfrage aus 630, teils trivialen Fragen zum Rundfunk stellte.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Abschaffung von „Obamacare“ steht endgültig vor dem Aus
Mit aller Macht wollten die Republikaner ein Gesetz zur Gesundheitsversorgung durchbringen. Aber Trumps Konservativen gelingt einfach keine Einigung, es gibt zu viele …
Abschaffung von „Obamacare“ steht endgültig vor dem Aus
In den Landtagen: So stark sind die AfD-Fraktionen bereits geschrumpft
Nicht nur in der AfD-Bundestagsfraktion, der die bisherige Parteichefin Frauke Petry nicht angehören will, rumort es. Auch in vielen Landtagsfraktionen der AfD traten in …
In den Landtagen: So stark sind die AfD-Fraktionen bereits geschrumpft
Messerattacke auf Imam: Obdachloser angeklagt
Ein Imam ist vor einer Moschee im Großraum Manchester beschimpft und von hinten niedergestochen worden. Ein Obdachloser ist nun in Untersuchungshaft. 
Messerattacke auf Imam: Obdachloser angeklagt
Rücktrittsforderungen an Seehofer - „Für einen personellen Neuanfang!“
Nach dem schlechten Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl regt sich an der Parteibasis Unmut über den Vorsitzenden Horst Seehofer.
Rücktrittsforderungen an Seehofer - „Für einen personellen Neuanfang!“

Kommentare