Sicherheitsabkommen

Streit mit USA: Afghanistan lenkt ein

Kabul - Die Große Ratsversammlung in Afghanistan, genannt "Loja Dschirga", hat für ein Sicherheitsabkommen mit den USA noch vor den Präsidentschaftswahlen gestimmt.

Die Große Ratsversammlung in Afghanistan hat dem Sicherheitsabkommen mit den USA im Grundsatz zugestimmt. Präsident Hamid Karsai werde aufgefordert, das Abkommen wie von Washington gefordert noch vor Jahresende zu unterzeichnen, sagte der Vizevorsitzende des Sekretariats der Loja Dschirga, Fasl Karim Aimak, am Sonntag in Kabul. Die 2500 Delegierten der Versammlung machten damit prinzipiell den Weg frei für den geplanten internationalen Militäreinsatz ab 2015 in Afghanistan.

Die Loja Dschirga schlug allerdings in mehreren Punkten Änderungen an oder Zusätze zu dem Entwurf des Abkommens vor. Ihre Entscheidung ist nicht bindend. Das Wort der Stammesältesten, Geistlichen und anderen Würdenträger hat aber so großes Gewicht, dass Karsai sich darüber nicht ohne weiteres würde hinwegsetzen können. Karsai wollte zum Abschluss der Loja Dschirga am Sonntag eine Ansprache halten.

Zum Streitpunkt zwischen Washington und Kabul hatte sich das Datum der Unterzeichnung durch die afghanische Seite entwickelt. Karsai hatte zu Beginn der Versammlung am Donnerstag überraschend angekündigt, erst sein Nachfolger werde den Vertrag nach der Präsidentenwahl im April unterzeichnen. Die US-Regierung besteht aber auf einer Unterzeichnung noch in diesem Jahr. Washington drohte andernfalls indirekt mit einem Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan Ende 2014.

dpa

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