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Afghan Diary: Gesundheitssystem vor Kollaps – Patienten gehen „meist krank wieder nach Hause“

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Die medizinische Versorgung in Afghanistan ist verheerend. Die internationale Korrespondentin Natalie Amiri berichtet von großer Not – und Menschen, die nach 20 Jahren erstmals einen Arzt sehen.

Kandahar/Kabul – Ich wundere mich über die Informationen, die ich gerade im Krankenhaus in Kandahar bekomme. Dr. Alkozai spricht an erster Stelle nicht über medizinische Versorgungsknappheit, nein, er sagt mir, dass er froh ist. Darüber, dass es endlich aufgehört hat, die Gefechte, der Krieg, inmitten dem das Krankenhaus stand. Der junge Arzt ist umzingelt von Menschen, die etwas von ihm wollen. Kranke, ihre Angehörigen, mitten drin ein Taliban-Kämpfer, der ein Gewehr umhängen hat, ein Bild, an das sich hier anscheinend alle schon gewöhnt haben.

Dr. Alkozai ist vielleicht 40 Jahre alt. Er nimmt mich mit in ein Zimmer, sperrt es von innen ab, damit uns niemand mehr stören kann. Bevor er auf meine Fragen antwortet, seufzt er tief und sagt, er habe seit mehr als sechs Monaten kein Gehalt mehr ausgezahlt bekommen. Er mache das hier ehrenamtlich. Dann erklärt er mir, warum er aber auch froh sei: „Im Krieg kümmert sich keiner um den anderen. Wir hier im Krankenhaus waren direkt an der Frontlinie, auf der einen Seite die Taliban, auf der anderen die afghanischen Polizeieinheiten. Dann kamen die Taliban ins Krankenhaus, ich hatte große Angst, dass sie uns töten würden. Doch das geschah nicht, sie benahmen sich anständig, waren sogar nett.“

Medizinische Versorgung in Afghanistan: Patienten, die erstmals nach 20 Jahren einen Arzt sehen

Wir sind im Mirwais-Krankenhaus in Kandahar. Das Krankenhaus war schon immer überfüllt. Besonders in der Zeit, in der der Krieg in der südlichen Provinz tobte. Viele, die hier eingeliefert wurden, gaben den amerikanischen Drohnenangriffen und Bomben die Schuld an ihrer Misere – mehr als den Taliban-Kämpfern und ihren Selbstmord-Attentaten, erzählt mir der Arzt. Jetzt sind die Amerikaner weg. Der Krieg beendet. Man könnte nun davon ausgehen, dass es jetzt weniger zu tun gibt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Es sind noch mehr Patienten geworden.

Denn all die Taliban-Familien, die 20 Jahre nicht in die Stadt kommen konnten, sich in der Provinz in den Bergen versteckten, sie kommen jetzt. Die Trennlinie zwischen Taliban, ihren Familien und der afghanischen Zivilbevölkerung gibt es nicht mehr. Die Taliban sind jetzt überall. Sie stehen am Eingang des Krankenhauses, mit ihren AK-47. Ich sehe auch Handschellen, die über ihrer Brust spannen, auf ihnen steht Made in USA. Die Taliban-Kämpfer stehen gleich neben einem Plakat, auf dem ein Maschinengewehr zu sehen ist, durchgestrichen, darüber steht: No Weapons. Vermutlich ist das noch ein Relikt aus der Zeit vor dem 15. August, vor der Machtübernahme der Taliban, die man nie ohne Waffen sieht.

Dr. Alkozai stöhnt unter dem enormen Andrang. „Ich habe so viele Patienten, die zwanzig Jahre keinen einzigen Arzt gesehen haben, sie haben es nie bis in die Stadt geschafft und ins Krankenhaus. Viele Wege waren gesperrt, viele Dörfer abgeschnitten von der Infrastruktur, weil es Krieg gab. Jetzt sind die Straßen frei. Im Moment machen fünf Prozent meiner Patienten die Menschen aus der Stadt aus, oder vielleicht zehn Prozent. 80 bis 90 Prozent meiner Patienten kommen aus den ehemals unzugänglichen Taliban-Gebieten. Sie kommen mit Krankheiten, von denen sie nicht wussten, dass diese einen Namen haben, eine Diagnose und Heilungsmöglichkeiten.“ Mehr als 300 Patienten pro Tag kamen Anfang 2020 täglich ins Mirwais-Krankenhaus, berechnet das Internationale Rote Kreuz auf seiner Website. Dr. Alkozai hat jetzt mehrere Tausend Patienten pro Tag.

Medizin ist für die meisten zu teuer. Und so kommen Tausende zum ersten Mal in ihrem Leben in ein Krankenhaus. Doch das Geld für die Behandlung haben weder die Patienten noch der Staat. Und so gehen sie meist krank wieder nach Hause.  

Natalie Amiri, Afghan Diary

Er erzählt mir von Fahim, der drei Tage nach dem Fall der Ghani-Regierung ins Krankenhaus kam. Er stammt aus Zari, ein Distrikt ungefähr 50 bis 70 Kilometer von der Stadt entfernt. Er war 25 Jahre nicht in der Stadt. Der Arzt fragte ihn nach seinem Alter, er war 25 Jahre alt. Er hatte also die Stadt, die vor seinen Augen lag, sein Leben lang noch nie betreten. Er ist nicht der einzige, es gibt sehr viele wie ihn, die jetzt zum ersten Mal nach Kandahar kommen.

Machtwechsel in Afghanistan hat Armut verschärft – das Land ist auf internationale Hilfen angewiesen

Wir gehen wieder zurück in den Sprechstundenraum. Dort liegt bereits ein neuer Patient, er ist sehr alt. Seine Familie ist mitgekommen, die Männer. Alle tragen lange Bärte, etwas verunsichert wirken sie. Man sieht ihnen an, dass es für sie eine ungewohnte Umgebung ist. Vielleicht auch ungewohnt, dass man sich um sie kümmert. Dass man ihnen nichts Böses will. Sie nicht mehr der Feind sind, zumindest für einige.

Dann sagt mir der Arzt noch, dass er den Menschen, die zu ihm kommen, oft nur medizinische Beratung geben kann. Medizin ist für die meisten zu teuer. Und so kommen Tausende zum ersten Mal in ihrem Leben in ein Krankenhaus. Doch das Geld für die Behandlung haben weder die Patienten noch der Staat. Und so gehen sie meist krank wieder nach Hause.

In Teil 6 ihres Afghan Diary beschäftigt sich die internationale Korrespondentin Natalie Amiri mit der medizinischen Versorgung in Afghanistan nach der Taliban-Machtübernahme.
In Teil 6 ihres Afghan Diary beschäftigt sich die internationale Korrespondentin Natalie Amiri mit der medizinischen Versorgung in Afghanistan nach der Taliban-Machtübernahme. © N. Amiri/N.Bruckmann/M. Litzka/afp

Seit Machtübernahme der Taliban ist die wirtschaftliche Situation im Land noch schlimmer geworden. Der Machtwechsel hat bei der afghanischen Währung, dem Afghani, einen Währungsverfall von 20 Prozent seit August ausgelöst. Die nun herrschenden radikal-islamischen Taliban* haben Anfang November verboten, mit anderer Währung außer den Afghani zu zahlen. Sie erklärten: „Die wirtschaftliche Situation und das nationale Interesse des Landes verlangen, dass alle Afghanen den Afghani in jeder Transaktion nutzen.“

Wer sich nicht daran hält, wird bestraft, heißt es weiter. 9,5 Milliarden Dollar wurden von den USA, dem internationalen Währungsfonds und der Weltbank seit Machtübernahme der Taliban eingefroren. Afghanistan hat kein Geld, ist auf internationale Hilfe angewiesen. Gehälter werden seit Monaten nicht ausgezahlt. Das Gesundheitssystem in Afghanistan, das weitestgehend von der internationalen Gemeinschaft aufgebaut wurde, steht vor dem Kollaps.

Katastrophale medizinische Versorgung: Gesundheitssystem bereits vor Taliban am Limit

Die medizinische Lage ist im ganzen Land verheerend. Das Hauptproblem ist, dass das gesamte Gesundheitswesen in Afghanistan schon vor der Machtübernahme der Taliban krank und fragil war. Es hing am Tropf der internationalen Gemeinschaft. Das heißt, dass alle Gehälter und Krankenhäuser aus dem Ausland finanziert wurden. Es wurde nie an eine Lösung gedacht, für den Tag X, dem Tag, an dem die Hilfen aus dem Ausland stoppen werden. Es gab keinen inner-afghanischen Ansatz, wie diese Krankenhäuser finanziert werden können. Wie sichergestellt werden kann, dass die Krankenhäuser weiterhin bestehen.

Der Allgemeinmediziner Dr. Wardak lebt seit 1992 in Deutschland und hat sowohl im afghanischen Gesundheitsministerium als auch im Hochschulministerium, in dem er für medizinische Fakultäten gearbeitet hat, dieses Problem immer wieder angesprochen. „Keiner hat sich darüber Gedanken gemacht und jeder sein eigenes Süppchen gekocht“, erzählt er mir, als ich ihn in Deutschland kontaktiere. „Die Situation von heute war zu erwarten. Es war klar, eines Tages werden die Milliarden ausbleiben.“

Sehr viele Ärzte und Ärztinnen haben seit Monaten keine Gehälter ausbezahlt bekommen, medizinische Geräte fehlen, Verbandsmaterial, Medizin. Die ersten Kliniken haben schon geschlossen. Ich spreche mit einem Angestellten des Gesundheitsministeriums in Kabul. Er schildert mir, wie mutlos alle sind. Sie haben keine Ambitionen mehr, sie wissen, sie haben keine Garantie mehr auf ihren Job, ein Gehalt haben viele schon lange nicht mehr ausbezahlt bekommen.

Frauenministerium in Afghanistan abgeschafft: „Für weibliche Gewaltopfer fast unmöglich geworden, Hilfe zu bekommen“

„Und plötzlich haben wir Vorgesetzte“, sagt mir der Angestellte, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, „die Analphabeten sind, ohne Ausbildung und Arbeitserfahrung. Geschweige denn Wissen über den Gesundheitssektor. Und nur weil sie zu den Taliban gehören, haben sie jetzt einen Posten, in dem sie das Sagen haben.“ Alle Programme, die häusliche Gewalt untersuchten, ihr nachgingen, Hilfe für Frauen anboten, vom Frauenministerium in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium, wurden eingestellt.

Das Frauenministerium gibt es nicht mehr. Im Gesundheitsministerium interessieren diese Fälle die Taliban nicht mehr, so der Angestellte. Er ist überzeugt, dass die Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen zugenommen haben, denn die Männer wissen, dass den Fällen und deshalb auch den Tätern niemand mehr nachgeht. „Ab jetzt ist es für weibliche Gewaltopfer fast unmöglich geworden, Hilfe zu bekommen.“ Amnesty International veröffentlichte in einem gerade erschienenen Bericht, dass Unterstützungsnetzwerke für Überlebende von Gewalt in Beziehungen oder Zufluchtsorte wie Frauenhäuser so gut wie verschwunden seien.

Ich besuche eine Tagesklinik im Stadtteil Dewanbegi im Westen von Kabul. Dr. Wardak hat die Klinik mit Freunden und Bekannten 2016 aufgebaut. Wir treffen uns mit einem Mitarbeiter der Klinik an einer größeren Straßenkreuzung in Kabul. Wir würden die Klinik alleine nicht finden, meint er am Telefon zu uns. Er hat recht. Wir fahren mit ihm durch schmale, enge Gassen. Die Menschen hier sehen sehr arm aus, die Geschäfte sehr spärlich. Es ist staubig, unser Auto wirbelt noch mehr Staub auf. Kalt ist es auch, Ende November hat es nachts in Kabul Minustemperaturen. Die Menschen sind nur dürftig angezogen. Die Frauen hier tragen alle eine Burka, unter der Burka senken sie ihre Gesichter, als ich mit meiner Fotokamera erscheine. Nur die Ärztin, die uns begrüßt, nicht. Sie trägt ein Kopftuch, leicht um den Kopf gebunden. Wie vor dem 15. August viele Frauen in Kabul das Kopftuch trugen.

Hungersnot in Afghanistan: Taliban-Machtübernahme und Dürren haben wirtschaftliche Lage verschlimmert

Die Klinik hält Kooperationen mit zwei deutschen Vereinen. „Kinderhilfe Afghanistan e.V.“ und „humedica e. V“. Mit ihnen läuft auch ein Ernährungsprogramm, das sie vor drei Jahren initiiert haben. Es ist ein Programm zur Bekämpfung von Unterernährung. Frauen und Kinder haben in der Klinik die Möglichkeit, sich kostenlos auf Unterernährung untersuchen zu lassen. Wird diese festgestellt, bekommen sie Zugang zu einem Ernährungsprogramm. Auch kostenlos.

Das Rote Kreuz warnte im November, dass mehr als die Hälfte der afghanischen Bevölkerung inzwischen an einem Mangel an Nahrung leiden soll. Nicht nur die Taliban tragen Schuld an diesem Zustand, schwere Dürren haben in den vergangenen Jahren 80 Prozent des Landes getroffen und die Lebensmittelproduktion weitestgehend lahmgelegt. Vielen ist dadurch ihre Einnahmequelle weggebrochen. Und die Preise sind nach oben geschossen. Allein der Weizenpreis ist innerhalb eines Jahres um 28 Prozent gestiegen.

Immer mehr Kinder werden in Dörfern von ihren Familien ausgesetzt, zahllos irren sie umher. Und es werden mehr und mehr, so die Deutsche Welthungerhilfe. Einer Million Kindern drohen laut Hilfsorganisationen in Afghanistan der Hungertod.

Natalie Amiri, Afghan Diary

Es werden täglich mehr, die zur Untersuchung in die Tagesklinik kommen, darauf hoffen, dass sie über dieses kostenlose Programm für Unterernährte zu mehr körperlicher Kraft kommen können, zumindest ein wenig. Kinder bis zu sechs Jahren, in diesen Jahren ist die Gefahr der Unterernährung am größten und Frauen zwischen 16 und 45 Jahren, dürfen sich anmelden. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft. „Im Durchschnitt haben die Frauen, die zu uns kommen, sechs Kinder“, sagt mir Dr. Wardak und lacht dabei, nicht erfreut, eher frustriert. Die Klinik bietet auch ein Familienplanungsprogramm. „Damit sie zumindest ihre Kinder in einem Abstand von zwei Jahren bekommen, damit sich die Frauen regenerieren können,“ sagt mir Dr. Wardak.

Kinder in Afghanistan: Eine Million droht der Hungertod – Großteil der Menschen lebt in Armut

Es gibt so viele Kinder in Afghanistan. Egal, wo ich mich mit der Kamera aufhielt, sie kamen sofort von überall, ich war ständig umringt von Dutzenden von Kindern. Als ich auf dem Land in der Provinz Kandahar war, fragte ich eine Frau, die in einer Wohnung zusammen mit fünf anderen Familien wohnte, jede der Familien hatte mindestens vier Kinder. „Wenn hier so viele Menschen arm sind, warum bekommt Ihr dann so viele Kinder, Kinder kosten, ihr könnt sie nicht versorgen?“ Die ältere Frau sah mich an und sagte: „Dummheit“. Und ihr Sohn, der neben ihr saß, mit seinem Säugling auf dem Arm, sein fünftes Kind, sagte: „Nein, das ist Gott gewollt.“

Immer mehr Kinder werden in Dörfern von ihren Familien ausgesetzt, zahllos irren sie umher. Und es werden mehr und mehr, so die Deutsche Welthungerhilfe. Einer Million Kindern drohen laut Hilfsorganisationen in Afghanistan* der Hungertod. Laut UN leiden 18,8 Millionen täglich an Hunger. 97 Prozent der afghanischen Bevölkerung werden laut UN bis Ende des Jahres in Armut leben. 97 Prozent von 38 Millionen Menschen.

Dr. Freshta ist Leiterin der Klinik, sie erzählt mir, dass ihre Probleme jetzt schon auf dem Weg zur Klinik beginnen. Sie sammeln sich, drei, vier Frauen, an einem Ort, um dann gemeinsam den Weg vorbei an den Checkpoints der Taliban zu bestreiten. Wenn sie alleine wären, würden sie von den Taliban nach einer Begleitung gefragt werden, einer männlichen. Dass sie als Ärztin arbeiten darf, haben die Taliban weder erlaubt noch verboten. „Daran denke ich auch nicht, ich arbeite für die Menschen hier im Land, solange ich es kann.“

Medizinische Vorräte schwinden, Gehälter werden nicht mehr gezahlt: Große Not in Afghanistan

Auch Dr. Freshta bestätigt mir, dass, genauso wie in der Klinik in Kandahar, die Menschen die medizinische Versorgung nicht zahlen können: „Viele Frauen, die vorher ein Einkommen hatten, haben ihren Job verloren. Viele der Männer auch. Oder ihnen wird kein Gehalt ausgezahlt. Die Patienten, die zu uns in die Klinik kommen, müssen die Medizin in der Apotheke selbst kaufen, die wir ihnen verschreiben. Die meisten holen die Medikamente nicht ab. Gestern kam eine Frau, sie war so schwach und in einem erbärmlichen Zustand, ich fragte sie, warum sie so spät gekommen ist, sie sagte, sie hatte kein Geld das Auto zur Klinik zu bezahlen.“

„Unsere Vorräte an Medizin, die aus dem Ausland kommt, schrumpfen. Es kommt nichts nach. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wir haben in Afghanistan keine eigene Pharmaproduktion, wir sind zu 100 Prozent abhängig vom Ausland“, berichtet Dr. Freshta. Viele Tausend Projekte und Hilfskooperationen mit Afghanistan wurden seit Machtübernahme der Taliban gestoppt. Auch ein Projekt, das die Tagesklinik Dewanbegi mit der GIZ aufgebaut hatte, wird nicht fortgesetzt. Ab dem 1. Januar 2022 wird dieses Projekt auf Eis gelegt, teilte man Dr. Wardak mit.

Wie Hilfe leisten, ohne Taliban zu unterstützen? Selbst dann zahlreiche Hürden für Hilfe in Afghanistan

Im Moment sucht die Bundesregierung nach Wegen, Hilfe zu leisten, ohne die Taliban dadurch direkt zu unterstützen. Denn noch wartet man auf die Zusage der neuen Machthaber, die Rechte von Frauen zu wahren. Und nicht nur deren Rechte. Selbst wenn es zu Hilfszahlungen an Nichtregierungsorganisationen kommt, es wurden bereits jetzt Milliarden zugesagt, gestaltet sich dies schwer, denn durch US-Finanzsanktionen sind Zahlungen fast unmöglich. Und wenn, dann kommen Gelder nur auf Umwegen auf afghanischen Konten an.

Doch die Taliban sorgen für das nächste Problem: Wegen der Geldknappheit darf man nicht mehr als 25.000 Euro pro Monat abheben. Und selbst dieser Betrag ist nicht gesichert, dass er überhaupt ausgezahlt werden kann. Denn es gibt kein Geld. (Natalie Amiri) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Spendenkonto für die afghanische Tagesklinik im Stadtteil Dewanbegi im Westen von Kabul: Afghanic e.V., Sparkasse KölnBonn, IBAN: DE59 3705 0198 1902 083 896.

7 Tage in Afghanistan: Afghan Diary von Natalie Amiri 

Uns allen sind die tragischen Bilder der Tage um den 30. August 2021 noch vor Augen, die den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan begleiteten. Tausende Menschen versuchten verzweifelt am Flughafen von Kabul in eines der Flugzeuge gen Westen zu gelangen, um auszureisen. Sie wollten nicht in einem wieder von den Taliban regierten Afghanistan leben. Die Wenigsten hatten das Glück, einen Platz an Bord zu bekommen. 

Seitdem regieren die Taliban das zerrissene und verarmte Land, dem nicht wenige Beobachter für diesen Winter eine humanitäre Katastrophe voraussagen. Natalie Amiri, internationale Korrespondentin, hat während ihres jüngsten Recherche-Aufenthaltes für ihr neues Buch (erscheint am 14.03.2022 ) in Afghanistan ein eindrucksvolles Tagebuch geführt. IPPEN.MEDIA veröffentlicht das Tagebuch ihrer Reise in sieben Teilen sowohl online als auch via Print in einigen Titeln wie dem Münchner Merkur oder der Frankfurter Rundschau.

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