Ex-Präsident der USA: Donald Trump.
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Ex-Präsident der USA: Donald Trump.

„Größte außenpolitische Erniedrigung“

Wegen Afghanistan und Corona: Trump teilt heftig gegen Biden aus - und erhält die Quittung

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Ex-US-Präsident Donald Trump wettert wegen des Afghanistan-Desasters deutlich gegen Nachfolger Joe Biden. Beim Thema Corona gerät er selbst in die Kritik.

München/Washington/Kabul - Donald Trump hat es aktuell nicht leicht. Teile seiner Grenzmauer in Arizona zu Mexiko sind durch einen Starkregen einfach eingeknickt*. Und dann wurde der frühere US-Präsident auch noch bei einer Veranstaltung in Cullman in Alabama von eigenen Fans ausgebuht. Er hatte ihnen die Impfung gegen das Coronavirus* nahegelegt. (Alle aktuellen Nachrichten rund um die Entwicklungen in Afghanistan gibt es in unserem brandneuen, täglichen Afghanistan-Newsletter.)

Und so machte Ex-US-Präsident Donald Trump das, was er gerne macht. Der frühere Regierungschef ging in die Offensive und attackierte stattdessen seinen Nachfolger, Joe Biden von der Demokratischen Partei. Und zwar wegen des Desasters rund um den Abzug der USA und ihrer Verbündeter aus Afghanistan.

Afghanistan-Abzug: Donald Trump teilt heftig gegen Joe Biden aus

„Biden hat in der Pandemie versagt und verantwortet jetzt die größte außenpolitische Erniedrigung in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Vietnam schaut wie eine Vorzeigestrategie aus im Vergleich zu Joe Bidens Katastrophe“, sagte Trump auf einer Veranstaltung vor vielen Anhängern auf einer Farm in Cullman.

Dies sei „kein Rückzug. Das war eine totale Kapitulation. Bidens verpfuschter Abzug aus Afghanistan ist die erstaunlichste Zurschaustellung grober Inkompetenz durch den Führer einer Nation, vielleicht aller Zeiten“, meinte der 75-jährige Trump weiter: „Wir hätten das Land mit Ehre verlassen können. Stattdessen verlassen wir es nun mit dem Gegenteil von Ehre.“

Im Video: Joe Biden hofft weiter auf Afghanistan-Abzug am 31. August

Am Montag (23. August, Ortszeit) sprach auch Joe Biden über Afghanistan. Der 78-jährige Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte tat dies aus Washington. Konkret: Er verteidigte den Abzug des US-Militärs aus Afghanistan und kritisierte die afghanische Regierung sowie die lokalen Sicherheitskräfte dafür, dass sie sich nicht gegen die Taliban gewehrt hätten.

Zuletzt war nach dem Abzug der US-Amerikaner, der deutschen Bundeswehr und weiterer NATO-Streitkräfte das afghanische Militär teils kampflos beim Vormarsch der Taliban nach Kabul zusammengebrochen.

Afghanistan-Abzug: Joe Biden verteidigt sich, Donald Trump attackiert

Aktuell läuft eine großangelegte Evakuierungsmission der Nato-Staaten für Diplomaten, ihre Staatsangehörigen sowie für afghanische Ortskräfte, die das Bündnis in den vergangenen Jahren beim Bestreben nach einer dauerhaften Demokratie unterstützt hatten. Die Taliban haben den Flughafen in der Hauptstadt Kabul umstellt, der von tausenden US-Soldaten, deutschen Fallschirmjägern und Spezialkräften anderer Nationen militärisch gehalten wird. (pm) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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