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Afghanistan: Vater übergibt Baby an US-Soldaten, um es zu retten - Nun sind die Hintergründe bekannt

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Ein US-Soldat hält am Flughafen in Kabul ein Kleinkind auf dem Arm
Ein US-Soldat hält am Flughafen in Kabul ein Baby auf dem Arm. Das Foto erschien auf dem Twitter-Account des US-Militärs. Unklar ist, ob es sich um das Kind aus dem Bericht handelt. © Twitter/U.S. Marines

Tausende Afghanen versuchen nach der Machtübernahme der Taliban aus dem Land zu fliehen. In einer chaotischen Szene übergab ein Vater sein Baby an einen US-Soldaten. Nun sind die Hintergründe bekannt.

Kabul - Das Video vom Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte sich tausendfach in sozialen Medien verbreitet: Ein Mann übergibt ein weinendes Kind über eine Mauer mit Stacheldraht an einen US-Soldaten, der es an seinen Kollegen weiterreicht. Nun sind die Hintergründe der dramatischen Szene bekannt.

Mann übergibt Baby an Soldaten: Pentagon-Sprecher gibt Informationen bekannt

Ein Sprecher des US-Militärs bestätigte am Freitag laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur, dass der Soldat im Video ein Mitglied einer Einheit der US-Marineinfanteristen sei. Das Baby habe man zu einer medizinischen Station auf dem Gelände gebracht. Zunächst waren keine Hintergründe zur Familie des Kindes bekannt.

Nun wurde bekannt, dass das Baby krank gewesen sei. Das erklärte Pentagon-Sprecher John Kirby am Freitag. Deshalb habe ein Elternteil des Kindes die US-Soldaten um Hilfe gebeten. Dies sei der Moment gewesen, den das Video zeigt. Man habe das Baby dann in einem Krankenhaus auf dem Gelände versorgt. „Sie haben das Kind behandelt und es seinem Vater zurückgegeben“, sagte Kirby einem Bericht der AFP zufolge. Er sprach von einem „Akt des Mitgefühls“ der US-Soldaten. Zu dem Aufenthaltsort des Vaters oder des Babys konnte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums keine Details nennen: „Ich weiß nicht, wo sie jetzt sind.“ Er wisse auch nicht, ob sich der Vater um ein Sondervisum für die USA bewerbe.

Afghanistan: Tausende Afghanen versuchen zu fliehen

Tausende Afghanen versuchen nach der Machtübernahme der Taliban aus dem Land zu fliehen. Seit Tagen warten Menschenmassen am Flughafen von Kabul darauf, sich mit Evakuierungsflügen westlicher Einsatzkräfte in Sicherheit zu bringen. Ihnen bleibt nicht viel Zeit: Bis zum 31. August 2021 wollen die USA alle Truppen aus Afghanistan abziehen. Präsident Joe Biden stellte notfalls eine Verlängerung der Frist in Aussicht: „Wenn noch US-Bürger dort sind, werden wir bleiben, um sie alle rauszubekommen“, so der US-Präsident im Interview.

Es spielen sich dramatische Szenen ab. Zahlreiche Menschen versuchten sich etwa an ein startendes Flugzeug zu klammern. Ein erst 19-jähriger afghanischer Fußball-Nationalspieler kam dabei zu Tode. Experten hatten bereits im Vorfeld vor dieser Entwicklung gewarnt. „Man hat sich viel zu wenig mit dem Land und seiner Geschichte befasst, und es gab unterschiedliche Interessen“, analysiert etwa ein Militärpolizist, der fünfmal in Afghanistan im Einsatz war. dpa/afp/bm

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